Die Hitze macht vielen zu schaffen

von Marlies Mohr
Flüssigkeit, am besten ohne allzu viele Kalorien, sollte an diesen heißen Tagen keinesfalls fehlen. Foto: vn/steurer
Flüssigkeit, am besten ohne allzu viele Kalorien, sollte an diesen heißen Tagen keinesfalls fehlen. Foto: vn/steurer

Betrieb in Ambulanzen: Vor allem ältere Menschen leiden unter den hohen Temperaturen.

Bludenz. (VN-mm) Diese Hitze lässt keinen kalt. Im Gegenteil. Manche Berufsgruppen sind an solchen Tagen zusätzlich gefordert. Dazu zählen auch die Ärzte. In den Ambulanzen der Krankenhäuser macht sich das heiße Wetter jedenfalls verschiedentlich bemerkbar. Im LKH Bludenz etwa mussten bis gestern Mittag acht Patienten wegen Hitzeproblemen behandelt werden. „Vor allem älteren Menschen machen die hohen Temperaturen zu schaffen“, sagt Dr. Andreas Schnetzer. Meist kann mittels Flüssigkeitszufuhr schnell geholfen werden, mitunter ist aber auch ein stationärer Aufenthalt erforderlich.

Vermehrte Zuweisungen

Dabei kommen die Hitzegeplagten nicht nur aus eigenem Antrieb. „Niedergelassene Allgemeinmediziner weisen uns ebenfalls vermehrt Betroffene zu“, berichtet der Internist. Als positiv wertet Andreas Schnetzer die Aussicht, dass sich die Quecksilbersäule bis zum Wochenende wieder in Richtung für die Jahreszeit normaler Niederungen bewegen soll. Im anderen Fall würde nämlich eine weitere Klientel die Ambulanzen füllen. Und das wären die Hobbysportler. „Daran spüren wir heiße Samstage und Sonntage besonders“, so Schnetzer.

Den frühen Morgen nutzen

Allerdings sollte auch bei der derzeit herrschenden Gluthitze auf sportliche Höchstleistungen verzichtet werden. Gleiches gilt für andere Tätigkeiten. „Besser ist es, solche Dinge in die frühen Morgenstunden oder den späteren Abend zu verlegen“, rät der Arzt. Außerdem gilt es, verstärkt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. „Wasser oder verdünnte Fruchtsäfte, aber keinen Alkohol“, lautet die klare Empfehlung von Dr. Andreas Schnetzer.

Bei Senioren, die aufgrund des abnehmenden Durstgefühls häufig aufs Trinken vergessen, sollten Angehörige dazuschauen. Ansonsten hilft nur: für genügend Beschattung der Wohnräume sorgen. Dazu am besten den noch etwas kühleren Tagesanbruch nutzen.

5 Fragen an Ernährungswissenschafterin Mag. Angelika Stöckler

Wie viel Flüssigkeit benötigt unser Körper?

Über Niere, Darm, Haut und Atemluft geben wir täglich rund zweieinhalb Liter Wasser ab. Etwa die Hälfte dieser Flüssigkeit ersetzen wir durch das in den Mahlzeiten enthaltene Wasser. Trinken sollten wir täglich etwa eineinhalb Liter Flüssigkeit. An heißen Tagen – wenn wir stark schwitzen – brauchen wir jedoch deutlich mehr.

Was passiert, wenn wir zu wenig trinken?

Wasser ist einerseits für den Temperaturausgleich und andererseits als Transportmittel für Energielieferanten und Mineralstoffe von Bedeutung. Sind wir unzureichend mit Flüssigkeit versorgt, werden Konzentrationsvermögen, Motivation und Wille beeinträchtigt und die geistige sowie körperliche Leistungsfähigkeit nimmt deutlich ab. Zudem werden die Muskeln schlechter mit Sauerstoff versorgt, die Gelenke weniger durchblutet und die Ausdauer reduziert.

Soll man auch ohne Durst trinken?

Ein erstes deutliches Signal bei mangelnder Flüssigkeitsversorgung sind trockene Lippen. Das Durstgefühl ist nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt und lässt meist auch mit dem Alter nach. Dadurch steigt speziell an warmen Tagen die Gefahr einer zu geringen Flüssigkeitsversorgung. Auch wer keinen Durst hat, sollte über den Tag verteilt etwa 6 Gläser Wasser oder gelegentlich auch andere kalorienarme Flüssigkeiten trinken – und an heißen Tagen entsprechend mehr. Neben Getränken können frische Früchte und andere wasserreiche Speisen einen Beitrag zu einer guten Flüssigkeitsversorgung und damit zum Wohlbefinden sowie zu guter körperlicher und geistiger Verfassung leisten.

Was sollen wir trinken?

Die optimalen Durstlöscher sind Leitungs- bzw. Mineralwasser. Ebenfalls gut geeignet sind verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte, Früchte- und Kräutertees. Keine guten Durstlöscher sind zuckerreiche Softdrinks. Limonade und Cola enthalten rund 26 Würfelzucker pro Liter, Eistees bis zu 20 Stück, und auch einige Wellnessdrinks bringen es immerhin noch auf 10 Würfelzucker pro Liter.

Braucht es beim Sport mehr Flüssigkeit?

Für sportliche Belastungen bis zu einer Stunde ist Leitungswasser meist ausreichend. Wer gut mit Flüssigkeit versorgt startet, muss im Normalfall bei Aktivitäten in diesem Zeitraum kein Getränk mitnehmen. Doch bei den aktuell hohen Temperaturen ist es ratsam, auch bei kürzeren Einheiten zwischendurch zu trinken. Gut geeignet ist ein mit Leitungswasser gespritzter Fruchtsaft. Für Breitensportler bieten handelsübliche Sportgetränke keinen Vorteil. Viele weisen überdies einen zu hohen Zuckergehalt auf, wodurch sich die Verweildauer im Magen erhöht. Auch kalte oder kohlensäurehaltige Getränke bleiben länger im Magen und sind daher für den schnellen Flüssigkeitsausgleich nicht geeignet.

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