Vorarlberger, über die man spricht. Sabine Mathis (42)

Weltmeisterliche Trainerin

von Angelika Kaufmann-Pauger
Sabine Mathis (r.) mit ihrer Tochter Adriana, deren Karriere sie von Beginn an begleitet. Foto: Privat
Sabine Mathis (r.) mit ihrer Tochter Adriana, deren Karriere sie von Beginn an begleitet. Foto: Privat

Vorarlbergs erfolgreichste WM-Kunstradfahrerin gibt ihr Wissen als Trainerin weiter.

Sport. (VN-akp) Gemeinsam mit ihrer Schwester Brigitte hat Sabine Mathis, geborene Franz, Vorarlberger Sportgeschichte geschrieben. Das Duo führt die Ländle-Medaillenbilanz bei Weltmeisterschaften an. 1984 und 1987 trumpften die Schwestern aus Meiningen mit dem Gewinn des Weltmeistertitels auf. Zudem eroberten sie drei Mal Silber und vier Mal Bronze im Vergleich auf höchster Ebene. Hinzu kommen zwei Goldene bei kontinentalen Titelkämpfen. Nach dem Gewinn der zweiten WM-Goldenen beendete Mathis, damals 17-jährig, 1987 ihre aktive Karriere. Seit 25 Jahren ist sie selbst Trainerin beim ARBÖ RC 11er Meiningen und führt die Jugend an die Weltspitze heran. Dies ist der zweifachen Mutter im Jahr 2006 mit ihrem Schützling Sarah Kohl gelungen, als diese bei der WM in Chemnitz triumphierte und Gold holte.

Zwei bei der WM dabei

Aktuell trainiert Mathis mit Carmen Müller, ihrer Nichte Melanie Mörth und ihrer Tochter Adriana drei heimische Talente. Mit letzteren beiden ist sie am Wochenende bei der WM in Aschaffenburg mit dabei – der absolute Saisonhöhepunkt in der nicht olympischen Sportart. „Wir wollen uns möglichst gut präsentieren und vor allem eine sturzfreie Vorführung zeigen. Adriana verfolgt das Ziel, ins Finale der besten vier zu kommen“, beschreibt die 42-Jährige. Ihre Tochter stellte im Frühjahr mit dem Gewinn des Vize-Europameistertitels bei den Juniorinnen ihr Talent unter Beweis, Mörth holte bereits drei Mal EM-Bronze. Drei Mal pro Woche trainiert Mathis mit ihren Athletinnen in Meiningen. In Zusammenarbeit haben Trainerin und Athletinnen die WM-Übungen choreografiert und bereiten sich intensiv auf das Großereignis vor.

Wer erstmals eine Kunstrad-Vorführung sieht, der staunt, zu was man ein Rad alles benutzen kann und mit welcher Ästhetik die Aktiven diesen Sport betreiben. Es ist eine Mischung aus Kunst und Sport, bei der enorm viel Koordinationsgefühl gefragt ist. „Ein wesentlicher Faktor ist auch die Ausstrahlung“, bestätigt Mathis. Rückwärtsfahren im Kreis auf einem Rad mit starrem Antrieb, Sprünge vom Sattel auf den Lenker und umgekehrt, und die Königsübung ist der Handstand auf dem Lenker am fahrenden Sportgerät. „Eine schwierigere Übung gibt es im Moment nicht. Zur Zeit arbeite ich mit Adriana daran. Sollte sie diese Übung eines Tages beherrschen, ist alles möglich“, blickt sie voraus. Die Trainerin investiert viel Zeit in ihren geliebten Sport. „Aber dennoch muss der Löwenanteil vom Athleten selbst kommen. Es zählt auch das Training neben der Halle, die Kondition. Wenn die nicht stimmt, leidet das ganze Training“, erklärt die Bankangestellte. Sie bezeichnet sich als konsequente, nicht aber als strenge Trainerin. „Wenn man etwas säht, erntet man auch. Wer konsequent arbeitet, hat auch eines Tages Erfolg. Es gibt irgendwann eine Belohnung für den Einsatz, wenn vielleicht auch nicht jedes Jahr“, ist sie überzeugt.

Sie selbst hat viel aus ihrer Zeit als Sportlerin mitgenommen. Zum Beispiel, dass man aus Niederlagen stärker wird, auch wenn sie im Moment schmerzen. „Im Sport gab es oft Ungerechtigkeiten, aber man kämpft trotzdem weiter. Das ist die beste Vorbereitung für das Leben.“

Niederlagen machen stärker, auch wenn sie im Moment schmerzen.

Sabine Mathis

Zur Person

Sabine Mathis

Die achtfache WM- und fünfmalige EM-Medaillengewinnerin ist seit 25 Jahren Kunstrad-Trainerin beim ARBÖ RC 11er Meiningen

Geboren: 1. Jänner 1970

Familie: verheiratet, Tochter Adriana (18), Sohn Mario (16)

Beruf: Bankangestellte

Hobbys: Mountainbiken, Skifahren, Skitouren, Wandern

Größte Erfolge: Weltmeisterin 1984 und 1987 im Zweier (mit Schwester Brigitte), WM-Zweite 1983, ’85 und ’86 (im Zweier), WM-Dritte 1980, ’81 und ’82 (im Zweier); Europameisterin 1984 und 1985 (Zweier), EM-Zweite 1986 und 1987 (Einer) bzw. 1983 (Zweier)

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