Das Fest der hohlen Kürbisse

von Geraldine Reiner
„Süßes oder Saures“: Als Hexen verkleidet gehen Daniela und Magdalena aus Höchst heute auf Süßigkeiten-Jagd. Foto: VN/Hofmeister
„Süßes oder Saures“: Als Hexen verkleidet gehen Daniela und Magdalena aus Höchst heute auf Süßigkeiten-Jagd. Foto: VN/Hofmeister

Heute ist Halloween: In Vorarlberg profitiert vor allem die Landwirtschaft vom Fest.

Schwarzach. (VN-ger) 200 Millionen Euro lassen sich die Deutschen Halloween kosten. Alleine für Kostüme und Masken gaben unsere Nachbarn im Vorjahr knapp 31 Millionen aus, berichtet der Spielwaren-Industrie-Verband. Auch die Wiener Wirtschaft muss sich vor Halloween offenbar nicht fürchten. Handel und Gastronomie dürfen sich dank dem Gruselfest über einen Umsatz von rund 11,2 Millionen Euro freuen – zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Wirtschaftskammer Wien. Eine Online-Umfrage von „meinungsraum.at“ mit 300 Befragten zwischen 15 und 65 Jahren besagt indes, dass nahezu die Hälfte der Österreicher dem Halloween-Trend negativ gegenübersteht. Über ein Drittel weiß nicht einmal, was am 31. Oktober gefeiert wird. Trotzdem werden auch heuer wieder Kinder und Jugendliche als Monster oder Vampir verkleidet auf „Süßes oder Saures“-Streifzug gehen. Die Feierlaune in Vorarlberg scheint jedoch nicht so stark ausgeprägt.

Hierzulande profitiert vor allem die Landwirtschaft vom Gruselfest. „Die Halloween-Kürbisse sind seit 14 Tagen ausverkauft“, zeigt sich Andreas Kalb mit dem Geschäft zufrieden. Auf drei Hektar baut der Lauteracher Landwirt Zier-, Speise- und besagte Halloween-Kürbisse an. Absatz-Tendenz: stetig steigend.

„Sehr verhalten“ sei indes der Kostümverkauf, sagt Wolfgang Stromberger von Lumpis in Bregenz und Branchensprecher des Spielwarenhandels in der Wirtschaftskammer: „Das Geschäft hat eher wieder abgenommen.“ Über den Ladentisch gehen bei Stromberger hauptsächlich Plastikwunden zum Aufkleben, Blut oder De­koartikel. Auch bei Brigitte Reichl vom gleichnamigen Kostümverleih in Dornbirn hat sich Halloween nicht wirklich durchgesetzt. „Vielleicht auch, weil es sich nur auf einen Tag beschränkt. Dafür ist die Oktoberfest-Saison brutal geworden“, sagt Reichl.

Und für den Vorarlberger Lebensmittelhandel? „Hallo­ween ist für uns nicht der riesige Umsatzbringer. Es hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung verloren“, weiß Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann. Von der Erzeugerindustrie gebe es nur mehr ganz wenige Halloween-spezifische Produkte.

Auch an Halloween verboten

An alle Gruselfans: Sachbeschädigungen und Straftaten sind auch zu Halloween verboten. Farbschmierereien oder das Bestehlen anderer sind keine Kavaliers-, sondern Strafrechtsdelikte, die von der Polizei ausnahmslos bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht werden, heißt es aus dem Bundeskriminalamt. Neben den strafrechtlichen Folgen können für Eltern auch zivilrechtliche Ansprüche entstehen, beispielsweise für die Reinigung einer Hausfassade oder von Fahrzeugen. Und der ÖAMTC gibt zu bedenken: Frühe Dämmerung in Kombination mit den Grusel-Outfits lässt Kinder im Nu in der Dunkelheit verschwinden.

Emily mit ihrem selbst geschnitzten Kürbis.
Foto: lcf
Emily mit ihrem selbst geschnitzten Kürbis. Foto: lcf

Die Halloween-Kürbisse sind seit 14 Tagen ausverkauft.

Andreas Kalb

Geschichte

Halloween wird am 31. Oktober gefeiert, dem Vorabend des Allerheiligentags (englisch: „(All) Hallows’ Eve(ning)“. Die Tradition, gruselig grinsende Kürbisköpfe aufzustellen, hat ihren Ursprung in einem Fest der Kelten, dem Samhain („Ende des Sommers“). In der irischen Mythologie kommen im Jahr zuvor Verstorbene in dieser Nacht aus dem Totenreich zurück. Geister und Dämonen ziehen mit ihnen umher. Einwanderer aus Irland brachten Ende des 19. Jahrhunderts den Brauch in ihre neue Heimat USA. Von dort kam der Brauch nach Europa zurück.

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