Jetzt wird wieder an der Uhr gedreht

von Tobias Hämmerle
Von Sommer- auf Winterzeit: Die Nacht ist eine Stunde länger. Foto: VN/Steurer
Von Sommer- auf Winterzeit: Die Nacht ist eine Stunde länger. Foto: VN/Steurer

Die Sommerzeit ist zu Ende, die Uhr wird umgestellt. Das ruft Kritiker auf den Plan.

SCHWARZACH. Es ist wieder so weit! Alle Jahre um die gleiche Zeit ist die Zeit auf einmal eine andere. Nämlich dann, wenn am Sonntag um 3 Uhr in der Nacht der Zeiger eine Runde zurückgedreht und eine Stunde „gewonnen“ wird. Allerdings geht die Sonne auch eine Stunde früher unter. Dieses zweimal jährlich wiederkehrende Prozedere der Zeitumstellung stößt vielen rund um den Globus auf. Gleichgesinnte haben sich auf zahlreichen Internetportalen formiert. So zum Beispiel auf den Homepages www.initiative-sonnenzeit.de in Deutschland oder www.lightofday.primetap.com in Australien.

„Unsinn stoppen“

Zumindest als hinterfragenswürdig erachteten die Zeitumstellung auch die Forumsteilnehmer des VN-Bürgerforums Dornbirn. „Kann man nicht irgendetwas machen, um diesen Unsinn zu stoppen?“, fragte Christine Bildstein. Und prompt fand ihre Frage Resonanz von Gleichgesinnten wie zum Beispiel Stadtrat Martin Konzet (Grüne). „Welchen Sinn eine Sommerzeit heute noch hat, erschließt sich mir ehrlich gesagt auch nicht. Viele Betriebe könnten ja von sich aus ihre Öffnungszeiten an das Sonnenlicht anpassen – so es aus ihrer Sicht irgendeinen Vorteil böte“, schreibt Konzet.

Warum aber wird die Zeit umgestellt? Beschlossen wurde die Einführung der Sommerzeit im Jahr 1975 von den meisten Ländern der damaligen Europäischen Gemeinschaft. Die Umsetzung erfolgte ab 1977. Grund war die Ölkrise 1973. Durch eine bessere Nutzung des Tageslichts sollte Energie gespart werden.

Zweifelhafte Ersparnis

Nach Erkenntnissen des deutschen Bundesumweltamts wird tatsächlich während der Sommerzeit abends elektrisches Licht gespart, allerdings werde dafür morgens mehr geheizt – vor allem in den kalten Monaten März, April und Oktober. Insgesamt steige der Energieverbrauch dadurch sogar an.

Konzet merkt im Bürgerforum zu Recht an, „dass der Sonnenaufgang in Vorarlberg um ca. 25 Minuten später als in Wien erfolgt und eine einheitliche Zeitumstellung daher also kaum Sinn mache. In Russland hat man sich im Vorjahr von der Winterzeit verabschiedet: Der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew führte 2011 im vergangenen Jahr kurzerhand die „ewige Sommerzeit“ ein. Sein Vorgänger und Nachfolger – Präsident Wladimir Putin – könnte diese Entscheidung aber revidieren. Beim Parlament liegt jedenfalls bereits ein Gesetz, das die Rückkehr zur Winterzeit festlegen soll. Es gibt aber noch einen Alternativvorschlag: Die Russen könnten künftig dauerhaft in der Winterzeit leben. In Europa bleibt man wohl bis auf Weiteres beim jetzigen Prinzip. Bis die EU-Kommission in Brüssel zu einer anderen Meinung gelangt, bleibt nur, die Uhr in der Nacht auf Sonntag von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückzudrehen.

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