Bregenz spart beim Stadtbus ein

von Iris Burtscher
Bei der Fahrplangestaltung sollen die Übergänge von Land- und Stadtbus künftig besser aufeinander abgestimmt werden.
Bei der Fahrplangestaltung sollen die Übergänge von Land- und Stadtbus künftig besser aufeinander abgestimmt werden.

Fahrplan wird ab Dezember ausgedünnt. Bus wird künftig über den Kornmarkt rollen.

Bregenz. (VN-ib) Ab Jänner soll rund um den Kornmarktplatz in Bregenz ein neues Zentrum entstehen. Die letzten Beschlüsse dazu fielen in der Stadtvertretungssitzung am Donnerstagabend.

Ein beiger Asphaltbelag wird stufenlos 9000 Quadratmeter zwischen Rathausstraße und Nepomuk-Kapelle zu einem urbanen Raum verbinden. 1,9 Mill. Euro sind budgetiert, 900.000 Euro kommen dabei vom Land. Zusätzlich fielen 200.000 Euro an Kosten für den Bürgerbeteiligungsprozess an. Fast alle Parteien stimmten für die Umsetzung des neuen Zentrums. Die SPÖ stimmte dagegen. Grund: Obwohl Autos vom Platz verbannt wurden, wird es keine reine Fußgängerzone. Der Stadtbus wird weiter über den Asphalt rollen. SPÖ-Stadtrat Michael Ritsch glaubt nicht, dass der Platz unter diesen Umständen funktioniert. „Wir hätten zugestimmt, aber nur, wen es ein reiner Platz wird. Der Dornbirner Marktplatz wäre längst nicht so attraktiv, wenn mehrmals die Stunde ein Bus darüberfahren würde.“ Grünen-Vizebürgermeister Gernot Kiermayr kontert: „Einen zentralen Platz vom öffentlichen Verkehr abzuschneiden wäre ein Schildbürgerstreich gewesen.“

Stadtbus fährt kürzer

Noch ein weiterer Tagesordnungspunkt drehte sich um das Thema Bus. Verkehrsplaner des Schweizer Unternehmens Metron haben sich im Auftrag der Stadt den Bregenzer Stadtbus-Fahrplan angesehen und Optimierungsvorschläge abgegeben. Land- und Stadtbus sollen besser aufeinander abgestimmt werden, die Stadt dabei Geld sparen.

Am Donnerstag wurde beschlossen: Das Angebot wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember an Wochenenden und in den Abendstunden reduziert. Einsparung: 180.000 Euro im Jahr. Besser abgestimmte Fahrpläne für Umsteiger soll es am Bahnhof und an der Haltestelle Riedenburg geben.

Die schwarz-grüne Rathauskoalition verspricht, dass es nicht zu Qualitätsverlusten führen wird, sondern durch das Abschaffen von parallelen Linien gespart wird. Anders sieht das die SPÖ: „Der Stadtbus wird nach 20 Uhr abgeschafft. Wenn man will, dass in einer Stadt mit großen Verkehrsproblemen Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, muss man sie attraktiv halten. Das ist einzigartig, dass die Grünen das ÖPNV-Angebot zurückstutzen“, poltert Ritsch.

Kronhalde verkauft

Die Landeshauptstadt hat zudem das fast 4000 Qua­dratmeter große Areal auf der Kronhalde samt ehemaligem Seniorenheim um 825.000 Euro verkauft. Die Firma Hinteregger Bau will dort eine Wohnanlage errichten. Die historische Bausubstanz muss aber einbezogen werden. Das rund 500 Jahre alte Bauwerk wurde vom Bundesdenkmalamt unter Schutz gestellt und darf deshalb nicht abgerissen werden.

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