HINTER DEN KULISSEN

Alle steigen auf – Nachfolger werden gesucht

Befördert. Der ehemalige BZÖ- und nunmehrige Stronach-Nationalratsabgeordnete Christoph Hagen (43) darf sich über einen vermeintlichen Karrieresprung freuen: Der Vorarlberger ist stellvertretender Klubobmann seiner neuen Fraktion geworden. Allerdings gibt es dabei zwei Wermutstropfen: Die Fraktion besteht aus fünf Mitgliedern. Einer ist Obmann, alle anderen sind dessen Stellvertreter. Weniger als das ist also keiner. Und außerdem ist die offizielle Entscheidung, ob die Fraktion sogenannten Klubstatus (und damit nebenbei auch staatliche Fördergelder) bekommt, noch offen. Beratungen dazu finden am Dienstag statt. BZÖ-Chef Josef Bucher (47) hat den Abgang von Hagen und Co. indes noch immer nicht verkraftet. So meinte er diese Woche böswillig, „diese Personen“ seien „niemandem ein Begriff“: „Wer kennt schon ihre Vornamen?“ Dafür, dass Bucher vier Jahre ihr Vorgesetzter war, sagt das auch sehr viel über ihn selbst aus.

Beratung. Noch ist Zeit bis zur Nationalratswahl 2013 und bis zur Landtagswahl 2014. Das soll allerdings nicht heißen, dass die Vorarlberger Parteien in strategischen Dingen derzeit noch untätig sind: Die Vorarlberger SPÖ hat, wie nun berichtet wurde, Kontakt mit einem deutschen Politikberater aufgenommen. Vergangene Woche war der Deutsche bereits in Vorarlberg, besprach sich mit SPÖ-Chef Michael Ritsch (44) und weiteren Mitgliedern der Sozialdemokraten. Der Mann soll offenbar auch Ortsparteien beraten, hieß es. Allerdings wird sein Name gehütet. Ritsch ließ sich trotz Nachfragen nur so viel entlocken: „Er ist aus Wiesbaden.“ Bleibt abzuwarten, wie lange der Name des Beraters geheim bleibt – Wetten können angenommen werden. Während sich die Roten also strategisch bilden, lassen sie sich mit Personalentscheidungen noch Zeit. Wer für die SPÖ als Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl 2013 ins Rennen geht, werde erst zu Beginn des nächsten Jahres entschieden, lautet die offizielle Erklärung. Nationalrat Elmar Mayer (59) würde sich da wohl ein frühzeitiges Bekenntnis wünschen – und neidisch auf den gleichaltrigen Grünen-Nationalrat Harald Walser blicken, der vergangene Woche mit 100 Prozent Zustimmung erneut zum Spitzenkandidaten bestimmt wurde.

Suche. Apropos Nationalratswahl 2013: Auch bei der ÖVP ist noch keine Entscheidung gefallen, wer Spitzenkandidat bei der NR-Wahl im Wahlkreis Nord wird. Ein Kandidat bzw. eine Kandidatin aber muss gefunden werden. Denn Nationalrätin Anna Franz (59) wird wohl nicht mehr antreten – unter anderem soll der Fluher Norbert Sieber(43), ehemaliger Natio­nalrat und Bauernbündler, seine Ambitionen auf eine Kandidatur intern bereits angemeldet haben. Im Wahlkreis Süd steht dagegen fest, dass der Altacher Karlheinz Kopf (55) – ÖVP-Klubobmann im Nationalrat – wieder Spitzenkandidat sein wird.

Umsonst. Es war schon alles vorbereitet für eine landesweite Aktion im nächsten Jahr. Der „Schnäppchenpreis“ von 177 Euro für alle drei Teilimpfungen stand. Auch die Gespräche mit den Ärzten um Erlassung des Impfhonorars befanden sich auf gutem Weg. Doch dann fuhr das Gesundheitsministerium den Vorarlberger Plänen in die Parade, weil plötzlich auch dessen Minister die Wichtigkeit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs entdeckte. Ab 2013, so hieß es, soll die HPV-Impfung im nationalen Impfplan aufscheinen und damit gratis sein. Weil die verlangte schriftliche Zusage noch fehlt, will sich Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (48) die Option eines Alleingangs jedoch offen lassen. Wenn der Bund nicht weitermache, werde man etwas unternehmen, das Konzept liege schließlich vor. Das Schreiben erwartet Bernhard in den nächsten Tagen. Denn bis dato hat Alois Stöger (52) nur die Bereitschaft zur Finanzierung durch sein Ministerium bekundet. Ob er die nötigen Mittel erhält, hängt von Finanzministerin Maria Fekter (56) ab.

Zitate der Woche

Rauchen ist ein Killer. Man sollte mit vorsätzlichen Mördern keine Gnade haben.

Christian Bernhard (48), Landesrat

 

Für die Vorarlberger ÖVP ist das Erreichen der absoluten Mehrheit derzeit faktisch unmöglich.

Edwin Berndt (67), Meinungsforscher

Vielleicht glauben viele, dass er ein Eigenbrötler ist. Aber ich kenne ihn gut und weiß, welch angenehmer Mensch er ist.

Susanne Moll (25), Snowboarderin, über Grünen-Urgestein Kaspanaze Simma

 

 

Wie viele Winter will die ÖVP denn noch evaluieren, bis sie draufkommt, dass man den Ärmsten der Armen helfen muss?

Michael Ritsch (44), SPÖ-Chef

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