Vorarlberger, über die man spricht. Hugo Dworzak (54)

Lehrender und Lernender

von Klaus Hämmerle
Hugo Dworzak leitet die Architektenschule an der Universität Liechtenstein. Foto: vn/paulitsch
Hugo Dworzak leitet die Architektenschule an der Universität Liechtenstein. Foto: vn/paulitsch

Der Architekt Hugo Dworzak gehört zu den Aushängeschildern an der Universität Liechtenstein.

Lustenau. (VN-hk) In Vaduz öffnet die Universität Liechtenstein heute ihre Tore für die Öffentlichkeit. Mitten drinnen ist Hugo ­Dworzak. Vor Kurzem hat der in Lusten­au lebende Dornbirner die Leitung der Architekturschule übernommen. Einer von mehreren Vorarlbergern, der die Akademikerschmiede im Fürstentum bereichert.

Der Durchbruch

Dworzak ist begeisterter Lehrer wie Architekt. „An einer Schule ist es ja so, dass nicht nur Schüler lernen, sondern auch Lehrer. Davon profitiere ich sehr gerne“, sagt einer, der sich einst selber als Jungspund mit viel Energie und Überzeugungskraft etablierte und in seiner Sturm-und- Drang-Zeit gegen starre Konventionen ankämpfte – mit Erfolg. Natürlich brauchte der Kreativgeist damals auch Bauherren, die ähnlich gepolt waren wie er. Den Durchbruch zum anerkannten Architekten mit hohem Standardsetzungs-Faktor „gelang mir mit dem Haus Mangold in Bregenz“, ist Dworzak überzeugt. Es habe ihm in den Anfängen sehr geholfen, immer gut argumentieren zu müssen, um dann letztlich Projekte durchzusetzen.

Weltreisender

Der Dornbirner mit dem tschechisch klingenden Namen („Ich hab’ meinen Familienstamm bis in die siebte Generation nachgeforscht und bin in Linz gelandet.“) studierte an der Universität Innsbruck neben Architektur auch noch Sport. „Ich hätte das Lehramt machen können – aber mir war bald klar, dass ich ganz in die Architektur-Richtung gehen wollte.“ Nach dem Studium verschlug es den Absolventen für zwei Jahre nach Amerika. Zurück kam er mit einem Kopf voller Ideen und einem Koffer voller Fragezeichen, die er den Vertretern des architektonischen Mainstreams in Vorarlberg respektlos vor ihre Hütten rammte. Er eröffnete sein Büro in der Heimat und bereiste trotzdem immer wieder die Welt. USA, Türkei, Schweden, Ägypten – überall auf Ideenfang.

Uriges Dornbirnerisch

Vor zwölf Jahren fing Hugo Dworzak an, an der Hochschule in Liechtenstein zu unterrichten. Eine Tätigkeit, die ihn sehr faszinierte. „Es ist spannend, die nächste Generation um dich herum zu haben. Eine stete Herausforderung.“ Gute Architekten, so glaubt der 55-Jährige heute zu wissen, seien jedoch nicht zwingend jene mit dem größten Talent. „Wenn sich zum Talent nicht auch Beharrlichkeit, Fleiß und Leidenschaft gesellen, setzt du dich nicht durch.“ Die nächste Generation ist für Dworzak so wichtig, wie es für ihn die vorangegangene war. Nämlich seine Eltern. „Mein Vater war ein großer Optimist, meine Mutter eine Realistin. Ich konnte von beiden das Beste nehmen. Natürlich hat mich das geprägt.“ Noch nicht geprägt hat ihn der Lustenauer Dialekt, obwohl er schon 15 Jahre in Lustenau sesshaft ist. Hugo Dworzaks Dornbirnerisch ist so unverfälscht wie eh und je.

Ein guter Architekt braucht nicht nur Talent, er braucht auch Fleiß und Leidenschaft.

Hugo Dworzak

Zur Person

Hugo Dworzak

Geboren: 9. November 1957

Wohnhaft: Lustenau

Familie: In Partnerschaft, vier Kinder

Beruf: Architekt

Hobbys: Natur, Stadt, Lesen

Lieblingsspeise: Tafelspitz

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