Den Nachwuchs für die Bürgerräte sichern

von Marlies Mohr
Valentin Fetz ist dem Engagement und seiner Vorliebe fürs Servieren treu geblieben. Foto: VN/Paulitsch
Valentin Fetz ist dem Engagement und seiner Vorliebe fürs Servieren treu geblieben. Foto: VN/Paulitsch

Kinderbeteiligung wirkt nachhaltig. Immer mehr Gemeinden ziehen mit.

Bregenz. (VN-mm) Mit gerade einmal zehn streift er im Rahmen der Aktionswoche „Kinder mischen mit“ als „Stadtdetektiv“ durch Bregenz. Kurze Zeit später brachte sich Valentin Fetz als Mitbegründer des ersten Kindercafés im Kesselhaus ein. Das Servieren war seine liebste Beschäftigung – und sie ist es geblieben. Heute, mit 17, absolviert er im Kesselhaus eine Lehre. Und engagiert sich immer noch, wo Einsatz gefragt ist. „Ich habe festgestellt, dass man sehr wohl etwas bewirken kann, als Kind und erst recht als Jugendlicher“, erzählte Valentin Fetz gestern bei einem Vernetzungstreffen zum Thema Kinderbeteiligung in Vorarlberg.

Vielfältige Aktivitäten

Sein Beispiel sollte Anregung auch für andere Gemeinden und Einrichtungen sein, sich der Sache verstärkt anzunehmen. „Denn das sind die Bürgerräte von morgen“, so Thomas Müller, Leiter des Fachbereichs Jugend und ­Familie in der Landesregierung.

Es war Carmen Feuchtner, die mit ihrem Verein „Welt der Kinder“ die Dinge ins Rollen brachte. Unermüdlich organisierte sie Kinderbeteiligungsprojekte. Mittlerweile pflegen acht Gemeinden die Kinderbeteiligung aktiv, drei stehen in den Start­löchern. Die Aktivitäten, die gesetzt wurden, sind vielfältig: Kinder schreiben Bücher und machen öffentliche Lesungen, sie betreiben Kindercafés, organisieren Flohmärkte, philosophieren in Schulklassen, sie haben einen Tier- und Umweltschutzverein gegründet, mit Eltern und Großeltern gemeinsam Schulhöfe neu gestaltet und Schul- und Klassenräte gegründet. „Je früher Kinder in die Mitgestaltung ihres Lebensumfelds einbezogen werden, umso eher sind sie bereit, sich auch als Jugendliche und dann als Erwachsene einzubringen“, sagt Thomas Müller. Die Erfahrung, ernst genommen zu werden, stärke den Selbstwert und führe zu weiterem Engagement für die Gemeinschaft.

Finanzielle Unterstützung

Seit rund acht Jahren wird die Kinderbeteiligung im Land forciert. Die Landesregierung fördert sie mittels finanzieller Unterstützung der Gemeinden durch den Verein „Welt der Kinder“. Die gestrige Veranstaltung im Landhaus, an der rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden und verschiedenen Organisationen teilnahmen, sollte dazu dienen, noch vorhandene Hemmschwellen abzubauen. „Es geht um das Tun. Kinder haben keine unerfüllbaren Wünsche“, legte Thomas Müller den Teilnehmern ans Herz. Dafür stärke die Förderung von Kinderbeteiligung den Schutz der Kinder und die Gestaltung kindgerechter Lebens- und Beziehungsräume. Und: „Wo Kinder beteiligt werden, lassen sich auch andere Altersgruppen anstecken“, gibt er sich überzeugt. „Außerdem“, ergänzt Müller: „Bürgerräte fallen nicht vom Himmel. Die muss man sich früh genug heranziehen.“

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