MSG-Prozess: Schlussplädoyers gesprochen

von Jörg Stadler
Ein Bild aus besseren Tagen: Der Financier und Gründer der Money Service Group, Michael Seidl, flog hoch und fiel tief. Foto: Volksblatt
Ein Bild aus besseren Tagen: Der Financier und Gründer der Money Service Group, Michael Seidl, flog hoch und fiel tief. Foto: Volksblatt

Urteilsverkündung im Betrugsprozess gegen Michael Seidl (41) am Dienstag.

Vaduz. (VN-sta) Im Großprozess gegen den mutmaßlichen Anlagebetrüger Michael Seidl, Gründer der gescheiterten Money Service Group (MSG), sind in Liechtenstein gestern die Schlussplädoyers gesprochen worden. Der 41-jährige Deutsche soll 44 Investoren um mehr als 30 Millionen Euro geprellt haben. Prominenteste Geschädigte sind die Formel-1-Legende Niki Lauda und der Ex-Skirennfahrer und Hahnenkamm-Vermarkter Harti Weirather. Das Urteil wird der Senat des Kriminalgerichts Vaduz am Dienstag verkünden.

Seidls Verteidiger forderte einen Freispruch. Sein Mandant habe zwar „geklotzt und nicht gekleckert und manchmal ein wenig übertrieben“, eine Bereicherungs- und Täuschungsabsicht liege aber nicht vor. Die Investoren hätten sich des Risikos bewusst sein müssen. Seidl habe niemanden schädigen wollen.

Staatsanwältin Christine Brucker war da naturgemäß ganz anderer Meinung. Seidl habe ein Trugbild seiner selbst und der von ihm repräsentierten Gesellschaften aufgebaut. Er habe niemals die Absicht gehabt, die Gelder – wie vereinbart – in Solarparks und Fonds
zu investieren. „Stattdessen verwendete er die Millionen für den Geschäftsbetrieb der MSG-Gesellschaften, Marketingmaßnahmen und seinen aufwendigen Lebensstil.“ Laut Anklägerin hatte Seidl für seine Drei-Familien-Villa in Schaan (FL) monatlich rund 18.000 Euro Miete zu berappen, unterhielt einen privaten Fuhrpark mit zehn bis 14 Autos der Luxusklasse und war immer wieder mit Hubschrauber und Privatjet unterwegs. Für Marketingmaßnahmen habe Seidl allein vier Millionen Euro im Jahr ausgegeben. Die Staatsanwältin beantragte, das maximale Strafmaß zu drei Viertel auszuschöpfen, was bei einer Höchststrafe von zehn Jahren umgerechnet 7,5 Jahre bedeuten würde. Seidl wies die Vorwürfe bis zuletzt zurück und schluchzte bei seinem Schlusswort.

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