Vorarlberger, über die man spricht. Günther Kerber (59)

Ein Trainer mit viel Herzblut

von Dieter Alge
Günther Kerber weiß, wie er Kinder begeistern kann. Seine Ballschule und seine Trainingscamps sind schon traditionell. Foto: gmeiner
Günther Kerber weiß, wie er Kinder begeistern kann. Seine Ballschule und seine Trainingscamps sind schon traditionell. Foto: gmeiner

Fußball ist sein Lebensinhalt und in Sachen Nachwuchsarbeit ist der Dornbirner ein Pionier.

dornbirn. (VN-da) Heute um 15 Uhr schlägt der Puls von Günther Kerber wieder höher, wenn er beim Heimspiel seines TSV Altenstadt gegen den FC Koblach auf der Trainerbank Platz nimmt. Beim Landesligisten setzt man auf die große Erfahrung des 59-jährigen A-Lizenz-Trainers, der vor allem die Arbeit mit jungen Spielern forciert und mit seinen kreativen Trainingsprogrammen oftmals für erstaunte Blicke auch bei den Akteuren sorgt.

Zwei gute Vorbilder

Zum Fußball hat es Kerber schon in jungen Jahren hingezogen. „Ich bin im Oberdorf geboren. Dort bin ich mit Dieter Albrich, meinem zehn Jahre älteren Onkel, aufgewachsen. Der Freund von Dieter war damals Fritz Rafreider, ebenfalls ein ausgezeichneter Fußballspieler. Sie waren es schlussendlich, die mich zu den Trainings und Spielen immer wieder mitnahmen. Weiters war mein Vater damals Trainer der zweiten Mannschaft des FC Dornbirn“, erinnert sich Kerber an eine schöne Jugendzeit zurück. Seine Karriere als Spieler war nur von kurzer Zeit. Bei einem schweren Unfall in der Volksschule zog er sich als Zehnjähriger einen komplizierten Oberschenkelbruch zu. „Ich konnte zwei Jahre gar nicht mehr gehen. Ein gewisser Professor Gasser hat mir damals in der Jahnturnhalle wieder das Gehen gelernt. Nach dieser Verletzung gab es immer wieder Rückschläge, da ich sehr anfällig für Zerrungen war. Ich habe noch in der Jugend, Junioren bzw. der zweiten Mannschaft des FC Dornbirn gespielt, zu mehr reichte es aber nicht mehr.“

Zweifacher Meister

Dem Fußball blieb Kerber trotzdem erhalten. 1973 übernahm er als 21-Jähriger die Jugendmannschaft des FC Dornbirn und trat somit seine erste Station als Fußballtrainer an. Nach zwei Meistertiteln unter Kerber sowie einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit erhielt der FC Dornbirn 1978 vom Österreichischen Fußballverband (ÖFB) den Zuschlag für ein Bundesnachwuchszentrum (BNZ).

Dort war der Dornbirner als Assistenzstrainer von Fahrudin Jusufi von der ersten Minute an dabei. Ein Jahr später erhielt er einen hauptberuflichen Vertrag beim ÖFB und übernahm die Leitung des BNZ Vorarlberg. „Das war eine sehr erfolgreiche Zeit mit zwei Meistertiteln und vielen guten Spielern, die wir herausgebracht haben. Das BNZ Dornbirn war damals in Österreich eine gute Adresse. In dieser Zeit hatte ich mit Siegi Giesinger, Gerhard Siess, Reinhard Jank und Wolfgang Osrainig sehr gute Mitarbeiter“, spielt Kerber den Ball an seine damaligen Trainerkollegen weiter.

Ballschule eingeführt

1983 wechselte Kerber erstmals als Trainer in den Kampfmannschaftsbereich und war in der Saison 1985/86 beim FC Dornbirn der jüngste Coach in der Bundesliga. Der Trainer-Guru war danach bei mehreren Vereinen engagiert und schaffte mit fünf Klubs den Aufstieg. Seine Liebe zum FC Dornbirn kann er aber heute noch nicht abstreiten. „Das ist mein Verein. Und das wird er immer bleiben.“

Im Jahre 2005 war Kerber wieder einmal Vorreiter in Sachen Nachwuchs im Ländle. Inspiriert durch den deutschen Jugendfußball machte er eine Ausbildung in der Heidelberger Ballschule und brachte seine Erfahrung vermehrt in Kindergärten und Volksschulen ein. Seit zwölf Jahren veranstaltet er erfolgreich Nachwuchs-Camps auf der Birkenwiese in Dornbirn. Günther Kerber wird also nicht langweilig, ob mit jungen oder älteren Kickern – er ist mit viel Herzblut dabei.

Das Wichtigste als Trainer ist, Begeisterung zu vermitteln.

günther kerber

Zur Person

Günther Kerber

ist seit 1981im Besitz der A-Lizenz. Der Dornbirner war jahrelang für den Vorarlberger Fußballverband tätig, als Auswahltrainer oder Kursleiter.

Geboren: 25. 11. 1952

Ausbildung: kaufmännische Ausbildung an der HAK Bregenz

Familie: verheiratet mit Helga, Kinder Jürgen (27), Verena (30)

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