was wurde aus. . .? Sieghard Baier (71)

Lebensfreud’ und Lebensleid

von Marlies Mohr
Das Gläschen in Ehren gönnt sich Sieghard Baier jeden Tag mit gutem Gewissen. Foto: VN/Paulitsch
Das Gläschen in Ehren gönnt sich Sieghard Baier jeden Tag mit gutem Gewissen. Foto: VN/Paulitsch

Der ehemalige Landestourismusdirektor ackert in einem reichen Betätigungsfeld.

Bregenz. (VN-mm) Das Alter hat es bislang gut mit ihm gemeint. Die 71 Lenze, die Mag. Sieghard Baier zählt, sind ihm kaum anzusehen. Ein reiches Betätigungsfeld, das angesiedelt ist zwischen Lebensfreud‘ und Lebensleid, halten ihn laut eigenem Bekunden jung. „Pension heißt, sich neue Aufgaben suchen und neue Netzwerke knüpfen“, bringt er es kurz und bündig auf den Punkt. Beides leitete Sieghard Baier zeitig genug in die Wege.

Ehrenamt als Aufgabe

Mit 32 wurde der Bludenzer zum Landestourismusdirektor bestellt. Mit 62 ging er als Längstdienender seiner Zunft in den Ruhestand. Nicht jedoch, ohne vorher noch die Entwicklung des Tourismus in einem Buch niederzuschreiben. „Um Zeitzeugenwissen zu erhalten“, wie er sagt. Heute kniet sich der bekennende Weinliebhaber vor allem ehrenamtlich hinein. „Damals kam gerade der Aufruf zur Übernahme von Ehrenämtern“, erinnert sich Baier. Er überlegte und befand, dass eine solche Aufgabe gut für ihn wäre. Also wurde er beim Kinderdorf Vorarlberg vorstellig. Sieghard Baier organisierte Weinverkostungen und -versteigerungen mit eigenen Weinen und brachte so 20.000 Euro herein. Die Versteigerung von Dienstleistungen prominenter Vorarlberger gemeinsam mit dem Rotary Club ergab sogar das erkleckliche Sümmchen von 32.000 Euro. Er selbst bekam dafür vom Kinderdorf den „Stein im Brett“ verliehen, der in der Wohnung hoch über den Dächern von Bregenz selbstredend einen Ehrenplatz gefunden hat.

Ein weiteres Ehrenamt bekleidet Baier im Förderkreis der Hospizbewegung. Hier sorgt er gemeinsam mit Gleichgesinnten für das finanzielle Wohlergehen der Organisation. Die Kontakte von früher leisten ihm dabei gute Dienste. Jetzt gelte es, meint er, sich für ein stationäres Hospiz starkzumachen. Das sieht der ehemalige Touristiker als besonders wichtige Aufgabe an. Dass er, dem es „gut geht“, auf diese Weise der Gesellschaft etwas zurückgeben kann, bereichere sein Leben enorm.

Persönliche Kriterien

Insgesamt baut das Dasein des umtriebigen Pensionisten auf vier Säulen auf: „Sozialkontakte, Weiterbildung, Bewegung und mäßiger Genuss“, zählt er die persönlichen Kriterien für ein gesundes Altern auf. Weiterbildung heißt in seinem Fall wöchentliche Besuche des Montagforums in Dornbirn, wöchentliche Referate beim Rotary Club, regelmäßige Bildungsreisen und Besuche von Kulturveranstaltungen sowie das tägliche Lesen mehrerer Medien aus dem deutschsprachigen Raum. Was die Bewegung betrifft, strampelt sich der Vater von zwei erwachsenen Söhnen jeden zweiten Tag mindestens 30 Minuten auf dem Hometrainer ab. Und dann ist da noch die Liebe zum Wein.

Echter Weinakademiker

Einen Tag nach der Pensionierung saß Baier bereits in der Weinakademie in Rust, die er als „Weinakademiker“ abschloss. Das Studium an der Weinakademie in Zürich bescherte ihm ein Diplom. Den Ethik-Kodex, der ihn unter anderem zu Weinreisen und Teilnahmen an Verkostungen verpflichtet, habe er gerne unterschrieben, merkt er schmunzelnd an. Doch getreu dem Motto vom mäßigen Genuss weiß er sich zurückzuhalten. Gleiches gilt für die Ernährung. Sieghard Baier frönt zwar der Slow-Food-Küche. „Aber es ist meine Frau, die dafür sorgt, dass ich nicht zu viel esse“, gibt er freimütig zu.

Im Jahre 1998 erhielt Sieghard Baier (r.) die höchste touristische Auszeichnung des Landes Ungarn.
Im Jahre 1998 erhielt Sieghard Baier (r.) die höchste touristische Auszeichnung des Landes Ungarn.

Zur Person

Mag. Sieghard Baier

Geboren: 7. April 1941 in Bludenz

Familienstand: verheiratet, 2 Söhne, 2 Enkelkinder

Berufliche Stationen: Studium, 5 Jahre Tourismusdirektor im Zillertal, 30 Jahre Tourismusdirektor in Vorarlberg

Hobbys: Genusswandern, Radfahren, Skilaufen

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