Vorarlbergs Senioren haben kleinste Pension

von Tobias Hämmerle

Durchschnittliche Pension liegt bei 1300 Euro brutto. 20 Prozent sind armutsgefährdet.

schwarzach. Die Lebenserwartung der Menschen steigt fortlaufend. In Vorarlberg leben Frauen durchschnittlich 84,7 Jahre lang. Männer segnen durchschnittlich mit 79,2 Jahren das Zeitliche. Zudem bleiben ältere Menschen heutzutage länger gesund und daher aktiv.

Der Vorarlberger Pensio­nistenverband der SPÖ erhob nun in einer Studie die aktuelle Lebenssituation der Pensionisten. „Tausende Fragebogen haben wir verschickt, 534 davon kamen beantwortet zurück“, erläutert der Landesvorsitzende Erich de Gaspari am Montag bei der Präsentation der Ergebnisse.

Höchste Armutsgefährdung

Diese zeigten, dass Vorarlbergs Pensionisten die hohe Lebensqualität in Vorarlberg sehr schätzen. „Jedoch ist das Thema Armut für sie relevant“, sagt De Gaspari und führt aus: „Die durchschnittliche Bruttomonatspension ist in Vorarlberg mit 1300 Euro am niedrigsten.“ Bei den gleichzeitig höchsten Lebenshaltungkosten ist das Ergebnis: Vorarlberg liegt mit einer Armutsgefährdungsquote von 18,2 Prozent an der traurigen Spitze.

Laut Umfrage haben 75 Prozent der Pensionisten das Gefühl, weniger Geld ausgeben zu können als noch vor zwei Jahren. „Dies hängt natürlich mit der Teuerung zusammen. Der Pensionistenpreisindex stieg stärker als der Verbraucherpreisindex und lag im August bei 2,3 Prozent“, erklärt De Gaspari.

Steuerliche Begünstigungen

Alt-Nationalrat Manfred Lackner fordert in seiner Funktion als Sozialsprecher des Pensionistenverbandes darum eine Reihe von Maßnahmen: „Die Pensionsauto­matik muss wieder hergestellt werden und zusätzlich die Bezieher von ausländischen Pensionen einen Freibetrag als Ersatz zur entfallenden Sechstelbesteuerung des 13. und 14. Bezuges erhalten.“

Über ein Drittel der 534 Befragten gaben zudem an, ehrenamtlich tätig zu sein. „Eine Reihe von Vereinen könnte ohne die Pensionisten zusperren“, sagt De Gaspari. Der Pensionistenverband ist daher auch der Meinung, dass für ehrenamtlich Tätige entsprechende steuerliche Absetzpositionen geschaffen werden sollten.

Bedarf von mehr Pflegegeld

Ebenfalls bestens um die Anliegen der Pensionisten Bescheid weiß Gottfried Feurstein, Obmann des Vorarlberger ÖVP-Seniorenbundes. „Die niedrigen Pensionen kommen in Vorarlberg dadurch zustande, dass wir zum einen weniger Beamte als in Wien und zum anderen einen höheren Frauenanteil haben. Wir sind ja auch bei den Frauengehältern unter dem österreichischen Schnitt.“

Immer schwerer haben es laut Feurstein auch die Hilfsbedürftigen Pensionisten. „Seit 2011 wird das Pflegegeld der ersten Stufe nicht mehr gewährt.“ Zudem seien die Versicherungsträger bei der Einstufung strenger als in ­anderen Bundesländern. „160 Euro pro Monat sind das, was den Pensionisten fehlt“, sagt Feurstein. In Vorarlberg seien rund 400 Pflegebedürftige davon betroffen. Die Kürzung des Pflegegeldes nennt Feurstein daher „unverantwortlich“.

Das Thema Armut ist bei unseren Pensionisten relevant.

ERich De Gaspari
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