Zum Gedenken

Alberschwende Anton Maldoner, „Mesmers Tone“, ist am 8. Juli 1935 als jüngstes von fünf Kindern in Alberschwende geboren. Sein Geburtshaus war das heutige Gemeindeamt. Damals war es die Volksschule und die Mesnerwohnung, Vater Josef war der Mesner. Der Dorfplatz war gleichzeitig Tones Spielplatz. Schneebälle übers Kirchdach auf den Friedhof zu werfen, wurde den Jugendlichen leider bald verboten.

1953 bis 1955 absolvierte Anton die landwirtschaftliche Fachschule Mehrerau und übernahm anschließend den elterlichen Betrieb. Sein erster Bauernhof war Mesmers Stall (mittlerweile Kulturstätte). Ab 1969 ging er bei der Raiba Alberschwende und später der Großmolkerei Dornbirn einem Nebenerwerb nach.

19-jährig lernte er seine Frau Herlinde kennen, 1960 wurde geheiratet. Der Ehe entstammen fünf Kinder, 15 Enkel und acht Urenkel.

Der Wald und die Holzfällerei waren Antons große Leidenschaft. 2003 wurde ihm von Landwirtschaftsminister Josef Pröll der Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft verliehen. Anfang der 1970er-Jahre war durch starken Wildverbiss kein Aufkommen der Waldverjüngung möglich. Tone hatte Lösungsansätze für dieses Problem und konnte diese durchfechten, u.a. mit einer Unterschriftenaktion. Er setzte sich für eine Teilung des Jagdgebietes, die Verpachtung an heimische Jäger und Abschussquoten ein. Seine Philosophie einer optimalen Plenterwaldstruktur ging auf. Dabei „trägt“ sich der Wald bei Ausgewogenheit zwischen Baumbestand und Rotwildpopulation selbst und wird durch rücksichtsvolles Abschöpfen unerschöpflich.

Tone sang gern und oft mit seiner wunderschönen, berührenden Baritonstimme. Zusammen mit seiner Frau initiierte er das Offene Singen im Bregenzerwald. Bis ins letzte Lebensjahr unterhielt er die Mitglieder des Sozialzentrums mit seinem Gesang. Tones sehnlicher Wunsch war es, ein Büchlein mit alten Alberschwender Mundartausdrücken und seinen Gedichten zu veröffentlichen. Lange war die Realisierung unsicher. „Nicht ohne gewisse Wehmut meinte er, dass er nicht wisse, ob sich wohl jemals jemand für seine mundartliche Sammlung und seine Gedichte interessiere. Vielleicht verschwinde das alles in einer Schublade und werde eines Tages entsorgt“, schrieb Lektor Hubert Allgäuer im Vorwort. 2009 wurde das Buch „Rund um d’Leando“ von Angelika Schwarzmann (der jetzigen Bürgermeisterin) und Landesrat Erich Schwärzler präsentiert.

68 Jahre war Anton Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Alberschwende, davon vier Jahre Kommandant und 15 Jahre Schriftführer. Am 18. Oktober 2016 erlitt er einen Schlaganfall. Nach zwei Monaten Reha im LKH Rankweil lernte er wieder frei gehen. Am 24. November dieses Jahres ist Anton Maldoner, nach zweieinhalb Tagen Bettlägrigkeit, begleitet von seiner Familie entschlafen.

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