Zum gedenken Lorenz King

Immer der Tradition verpflichtet

von Ernest Enzelsberger
Lorenz King blieb 83 Jahre lang den Fronleichnamsschützen verbunden.

Lorenz King blieb 83 Jahre lang den Fronleichnamsschützen verbunden.

Im 98. Lebensjahr starb Lorenz King, Ehrenhauptmann der Fronleichnamsschützen.

HÖRBRANZ Am 6. Dezember 2020 verstarb im 98. Lebensjahr Lorenz King, der Ehrenhauptmann der Fronleichnamsschützenkompanie Hörbranz. Er war von 1955 bis 1965 auch Mitglied der Gemeindevertretung von Hörbranz. Über 17 Jahre stand er als Hauptmann der Fronleichnamsschützenkompanie vor. Insgesamt 83 Jahre lang hielt er dieser besonderen Tradition als Mitglied, Funktionär, Förderer und vor allem großes Vorbild die Treue.

Lorenz King wurde am 10. August 1923 in Lochau geboren und wuchs dort bis zu seinem vierten Lebensjahr auf. Nach dem Unfalltod seines Vaters erlebte er eine triste Kindheit, kam zu einem Bauern und musste schon als Kind in einer Landwirtschaft in Diezlings mithelfen. Im Jahre 1939 kam er wieder zu seiner Mutter nach Hörbranz und begann in Lindau eine Maurerlehre. Die vorzeitige Gesellenprüfung legte er am 1. Oktober 1941 ab. Im November wurde er zum Reichsarbeitsdienst nach Mühlbach im Pinzgau einberufen und anschließend zum Wehrdienst nach Slowenien eingezogen. In den darauffolgenden vier Monaten wurde Lorenz King zum Pionier ausgebildet und kam an die Eismeerfront. Im Oktober 1944 wurde er an die Westfront, zuerst im nördlichen Teil und dann in den Raum Colmar verlegt, wo er in französische Kriegsgefangenschaft geriet. Die Gefangenschaft musste er zuerst auf einem Bauernhof und dann in einem Gefangenenlager verbringen. Von dort erfolgte seine Überstellung nach Innsbruck und am 24. Dezember 1945 die Entlassung. Dann ging es per Bahn nach Bregenz, wo Lorenz King um 23.30 ankam und zu Fuß nach Hörbranz ging, wo er seine Mutter und seine Geschwister traf. Zwei Wochen später begann er bei der Firma Hinteregger als Maurer zu arbeiten.

Der Ehe mit seiner Rosa entsprangen sechs Kinder, 1962 baute er ein neues Haus. Nachdem seine Gattin am 29. November 1999 bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, begann für Lorenz King eine schwierige Zeit. Aber er überwand auch diese harte Prüfung und führte als großes Vorbild seine Familie, die inzwischen auf 13 Enkel und zehn Urenkel angewachsen war.

Trotzdem fand er immer noch die Zeit für seine Fronleichnamsschützen. Lorenz King war bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem aktiven Dienst über 50 Jahre aktives Mitglied der Fronleichnamsschützenkompanie Hörbranz und im Anschluss über 30 Jahre in seiner Funktion als Ehrenhauptmann passives Mitglied der Kompanie. Im Jahre 1938 ist er in die Kompanie eingetreten, doch dann wurde die Ausrückung durch das NS-Regime jäh untersagt. Nach dem Krieg war er zunächst von 1946 bis 1956 Schütze, anschließend in den Jahren 1957 bis 1958 Korporal.

1959 wurde Lorenz King zum Werber gewählt. Dieses Amt übte er bis zu seiner Wahl zum Feldwebel im Jahre 1962 aus. Im Jahre 1966 folgte die Wahl zum Leutnant, und als im Jahre 1971 die neue Position des Oberleutnants der Schützen neben dem Oberleutnant der Grenadiere eingerichtet wurde, war es der Kompanie klar, dass nur einer für diese Position infrage kam, und das war Lorenz King.

Nach dem Ableben von Hauptmann Andreas Rupp wurde Lorenz 1972 zu dessen Nachfolger gewählt. Er hatte in dieser Funktion mit mehreren Turbulenzen zu kämpfen, die er aber alle meistern konnte.

Ein Höhepunkt in seiner Funktion war die Ausrückung der gesamten Kompanie samt Musikverein anlässlich der 175 Jahre Andreas Hofer Feier in Innsbruck.

Im Jahre 1989 musste Lorenz King das Kommando aus gesundheitlichen Gründen schweren Herzens abgeben und so war es auch keine Frage, dass er beim Informationsabend von der gesamten Kompanie zum Ehrenhauptmann mit Unifomtrageerlaubnis gewählt wurde. Diese Funktion hatte er bis zu seinem Tode inne und er stand der Kompanie stets mit Rat und Tat zu Seite.

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Lorenz King blieb 83 Jahre lang den Fronleichnamsschützen verbunden.

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