Zum gedenken
August Hinteregger, Pfarrer in Bildstein i.
R.

Pfarrer in Bildstein als Lebenstraum

von Ernest Enzelsberger

August Hinteregger (93), Pfarrer i. R. und Wallfahrtsseelsorger, verstorben.

BILDSTEIN Am 11. Dezember 2020 verschied im Alter von 93 Jahren August Hinteregger, Wallfahrtsseelsorger und Pfarrer in Maria Bildstein von 1972 bis 2008. Er war ein großer Beter und Verehrer der Muttergottes, nahm am Leben und an den Sorgen der Menschen in seiner Pfarre regen Anteil und leistete in vielen Fällen Hilfe. Als Seelsorger begleitete er viele Menschen bei den Diözesanwallfahrten nach Ars, Lourdes sowie nach Einsiedeln.

Pfarrer Hinteregger wurde am 9. März 1927 im Oberfeld in Wolfurt geboren und besuchte das Gymnasium Gallusstraße in Bregenz. In seiner Familie waren Glaube und Kirche sehr wichtig, und so hatte er schon früh darüber nachgedacht, Priester zu werden. Nach dem Theologiestudium in Innsbruck wurde er am 4. April 1954 im Canisianum in Innsbruck von Bischof DDr. Paulus Rusch zum Priester geweiht. Anschließend war er jeweils zwei Jahre als Kaplan in Lingenau und in Rankweil tätig und von 1959 bis 1972 Pfarrer in Bürserberg. Von 1972 bis 2008 wirkte er als Pfarrer und Wallfahrtsseelsorger in Maria Bildstein und lebte von 2011 bis 2019 wieder in seinem Elternhaus in Wolfurt und von Februar 2019 bis zu seinem Tod im Jesuheim in Lochau.

Eine göttliche Fügung

Noch während der Schulzeit wurde er im Krieg als Flakhelfer nach Friedrichshafen eingezogen. Damals gelobte er, wenn er den Kriegseinsatz unversehrt übersteht, zum Rosenkranz in die Lourdeskapelle auf dem Friedhof von Wolfurt zu gehen. Tatsächlich wurde er mit seinen jungen Kameraden vor dem großen Bombenangriff auf Friedrichshafen nach Hause geschickt. Diese Rettung erlebte er als göttliche Fügung, denn bei der Erfüllung des Versprechens sei ihm seine Berufung zum Priester bewusst geworden, erzählte er später. So wurde ihm die Lourdeskapelle besonders wichtig. Er hat auch gesagt, dass er „damals schon nach Bildstein hinaufgeschielt hat“, denn Pfarrer in Bildstein zu sein, war für ihn die Erfüllung eines Lebens­traums. Denn er war ein großer Marienverehrer und hat auf die Fürsprache der Gottesmutter vertraut. August Hinteregger hielt sich oft stundenlang in der Kirche auf, um zu beten, auch im Winter, in eine Decke eingehüllt. Vielen hatte er das Gebet versprochen.

Das große Vorbild von Pfarrer August Hinteregger war der später heiliggesprochene Pfarrer von Ars, Jean-Marie Vianney. Ihm versuchte er nachzueifern. Und er war auch ein treuer Gast bei den theologischen Fortbildungen. Eine große Rolle in seinem Denken spielte Karl Rahner, der 1984 in Innsbruck verstorben ist und der als einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts gilt.

Sehr wichtig war für August Hinteregger auch die Gemeinschaft der Priester. Daher war er immer bei Konferenzen und Sitzungen sowie bei allen diözesanen Gottesdiensten dabei. Viele Jahre setzte er sich auch für die „Marianische Kongregation“ der Priester ein.

Er kümmerte sich aber auch um das Gemeinwohl in seiner Pfarrgemeinde. So erkannte er früh die Wichtigkeit der Betreuung von älteren und pflegebedürftigen Menschen zu Hause, und er initiierte 1988 die Gründung des Krankenpflegevereins Bildstein, dessen Obmann er über viele Jahre hindurch war. Bis zuletzt nahm er immer auch regen Anteil am Leben seiner Großfamilie.

Egon Troy, Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger von Bildstein, war ein langjähriger Weggefährte von Pfarrer August Hinteregger. Er führt zu seinem Ableben aus: „Ich erlebte ihn als überaus vielbeschäftigten und frommen Mann. Wenn sein Auto in der Garage stand und er im Pfarrhaus nicht anzutreffen war, dann war er sicher in unserer Wallfahrtskirche. Sein Platz war auf der linken Seite vor dem Gnadenbild. In seiner aktiven Zeit als Pfarrer von Bildstein wurden das jetzige Pfarrhaus, die Wallfahrtskirche und der Pfarr- und Pilgersaal saniert. Der Krönungssonntag war stets auf das kleinste Detail von ihm geplant und einer der Höhepunkte im kirchlichen Dorfleben. Die Bindung zu den Ortsvereinen war eine sehr gute. Selbst ein ausgezeichneter Musiker, schätzte er das jährliche Ständchen des Musikvereins zum Namenstag. Viele Sitzungen und Zusammenkünfte im Pfarrhaus prägten unsere Nachbarschaft zwischen Pfarre und politischer Gemeinde. Er vertraute auf Gott, und ohne ein Gebet vor und nach einer Sitzung, womöglich in der Kirche, verging keine Zusammenkunft. Sein Tun und Wirken in unserer Gemeinde wird mir und vielen MitbürgerInnen in guter Erinnerung bleiben.“

<p class="caption">Pfarrer August Hinteregger prägte die Pfarre Maria Bildstein.</p>

Pfarrer August Hinteregger prägte die Pfarre Maria Bildstein.

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