Zum gedenken Johanna Matt und Margareta Fürnschuß

Gemeinsam in eine neue Wirklichkeit

von Ernest Enzelsberger
Johanna Matt baute eine Mädchenschule in Bolivien auf.

Johanna Matt baute eine Mädchenschule in Bolivien auf.

Johanna Matt und Margareta Fürnschuß lebten für das Werk der Frohbotschaft.

BATSCHUNS Johanna Matt, die ehemalige Stellvertretende Leiterin des Werkes der Frohbotschaft in Batschuns, und Margareta Fürnschuß, die ehemalige Leiterin des Werkes der Frohbotschaft in Batschuns, haben fast 50 Jahre zusammen für die Gemeinschaft gearbeitet und gelebt. Ganz kurz hintereinander, am 20. November 2020 und am 21. November 2020, verstarben sie.

Ihr Leben war durch Bescheidenheit, ihr aufmerksames Interesse an jedem Einzelnen und ihre Menschenfreundlichkeit geprägt. „So wie Hanni und Grete gelebt haben, können es sich viele nur wünschen“, führt dazu die Leiterin des Werks der Frohbotschaft, Brigitte Knünz, aus.

Johanna „Hanni“ Matt wurde am 14. August 1926 in Innerlaterns geboren und wuchs dort in einer Landwirtschaft auf. Nach dem Besuch der Volksschule lernte sie nähen und kochen und begann 1951 als Köchin im damaligen Jugendhaus Batschuns.

Ausbildung in der Schweiz

Noch im selben Jahr trat sie in die damals ganz junge Gemeinschaft des Werkes der Frohbotschaft ein, legte nach ihrer zweijährigen Ausbildung 1953 ihre ersten Gelübde ab und wurde gleich zur Novizenmeisterin bestellt. Diese Tätigkeit wurde durch eine Drucker-Ausbildung in Fribourg in der Schweiz sowie durch die Betreuung von Ungarn-Flüchtlingen in Marienruh unterbrochen.

Im Jahre 1965 begannen die Vorbereitungen auf einen Pionier-Einsatz. Sie sollte zusammen mit Trudy Reichmuth eine Mädchenschule in Bolivien aufbauen. Nach einem Sprachkurs in Madrid und einem Vorbereitungsseminar in Freiburg im Breisgau brachen die beiden 1966 mit einem Schiff nach Südamerika auf. Unter armseligsten Voraussetzungen konnte zwei Jahre später in San Ignacio de Velasco die Schule mit der ersten Klasse starten. Hanni war für die Leitung der Hauswirtschaft und den Kochunterricht verantwortlich. Da sie das tropische Klima nicht gut vertrug, kehrte sie 1971 von ihrem Bolivien-Einsatz zurück.

Ehrenamtliche Einsätze

Im Jahre 1973 begann ihr weiterer Weg an der Seite von Grete Fürnschuss, indem sie Stellvertretende Leiterin der Gemeinschaft wurde. 1985 bezogen beide eine Wohnung in Rankweil. Johanna Matt flog während ihrer Pensionszeit immer wieder zu Aushilfseinsätzen im St. Georgs-Kolleg nach Istanbul. In Vorarlberg war sie lange in der Telefonseelsorge und bei der Pfarrcaritas in Rankweil engagiert. Im Jahre 2017 erfolgte der Umzug der beiden ins Sozialzentrum Klosterreben.

Grete Fürnschuß (1931 bis 2020)

Nur wenige Stunden nach ihrer langjährigen Weggefährtin Johanna Matt verstarb Grete Fürnschuß. Sie wurde am 14. Juli 1931 in Graz geboren und wuchs in einer Kaserne auf, da ihr Vater Unteroffizier war. Sie legte die Gymnasialmatura ab und hätte gerne weiterstudiert, doch dafür war in ihrer Familie kein Geld da. Sie besuchte daher den Abiturientenkurs an der Handelsakademie und wurde Sekretärin bei der Caritas der Diözese Seckau, wo sie zehn Jahre arbeitete. Daneben war sie als Jugendführerin in ihrer Pfarre St. Andrä sehr engagiert und studierte Musik am Konservatorium.

Im Jahre 1960 folgte sie dem inneren Ruf und trat im Oktober desselben Jahres in die Gemeinschaft Werk der Frohbotschaft ein. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung in Batschuns legte sie ihre ersten Gelübde ab und ging dann nach Wien, um Soziologie zu studieren. Dort war sie u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, bis sie 1973 zur Leiterin des Werkes der Frohbotschaft Batschuns bestellt wurde.

Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Johann Matt nahm sie die Verantwortung für die Gemeinschaft zwölf Jahre lang wahr. Zu ihren großen Verdiensten gehört die Erarbeitung und Formulierung der neuen Regeln der Gemeinschaft.

Nach ihrer Zeit als Leiterin zog sie mit Johanna Matt nach Rankweil, arbeitete bis zu ihrer Pensionierung beim werkseigenen Verlag „Die Quelle“ und war danach noch sechs Jahre lang Redakteurin der Bibelzeitschrift „Welt in Christus“.

Mitte der neunziger Jahre war sie beim wachsenden Freundeskreis eine Frohbotin, die auf authentische und gleichzeitig bescheidene Weise die Spiritualität der Gemeinschaft weitergegeben hat.

In feinfühliger Weise begleitete sie bis zuletzt die an Demenz erkrankte Johanna Matt. Erst als auch sie selbst zunehmend Hilfe brauchte, übersiedelten beide 2017 in das Sozialzentrum Klosterreben in Rankweil.

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Margareta Fürnschuß erarbeitete eine Regel-Neufassung für die Gemeinschaft.

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