480 Euro Strafe für grobe Hundehalterin

Am Donnerstag saß die Frau vor Gericht. 

Am Donnerstag saß die Frau vor Gericht. 

Zeugenvideo lieferte Beweis für brutale Schläge und Tritte gegen Hund Max.

Feldkirch „Ich habe meinen Hund als Baby von Rumänien hergebracht. Er schlief immer in meinem Bett. Ich tat alles für ihn“, jammert die 51-jährige Rumänin. Sie beteuert, an jenem Sommertag diesen „großen Fehler“ gemacht und ihren Hund grob behandelt zu haben. Zu ihrer Entschuldigung tischt sie folgende Geschichte auf: Vorübergehend habe sie zusätzlich zu ihrem eigenen Kampfhundmischling Max den Labrador Lion ihres Sohnes aufgenommen. Die beiden zweijährigen Hunde hätten sich nicht gut verstanden. Max habe Lion immer wieder beißen wollen. So auch an jenem Tag, weshalb sie einschreiten habe müssen.

Engagierte Beobachter

Das Video und die Einvernahme der Nachbarn zeichnen jedoch eine völlig andere Situation. Es sei zuvor schon immer wieder zu Schlägen und grobem Verhalten gekommen. Die Nachbarin habe kein gutes Verhältnis zu ihrem Vierbeiner gehabt. Erstens habe sie ihn abends ohne Leine und Halsband frei herumlaufen lassen. Einmal sei der 44 Kilo schwere Hund auf einen anderen, kleinen Hund zugestürmt und die Angeklagte habe sich auf ihn werfen müssen, um ihn festzuhalten. An jenem Sommertag, der nun Gegenstand der Anklage ist, fertigte einer der Anrainer ein Video an, als die Frau sich wieder so brutal verhielt. Er wurde durch Geräusche auf die Tierquälerei aufmerksam: „Es klang so, wie wenn jemand Teppich klopfen würde“, erinnert sich der Zeuge. „Es ist grauslig anzuschauen, wie Sie auf Ihren Hund losgehen“, ist auch Richter Thomas Wallnöfer entrüstet. Einer anderen Nachbarin kommen im Zeugenstand die Tränen, auch sie ist schockiert von derartiger Gewalt. Sie hat selbst auch einen Hund und sich heute extra Urlaub genommen. „Das ist es mir wert“, meint sie.

Der 44 Kilo schwere Hund ist auf dem Video zu sehen, wie er ganz brav und artig an der Leine spaziert, nur „ziehen“ tut er. Unvermittelt tritt die Frau auf ihn ein. Er legt sich auf den Boden, unterwirft sich, und doch tritt sie hemmungslos auf ihn ein und peitscht mit der Leine den wehrlosen Hund, der in keiner Sekunde aggressiv reagiert. Somit steht fest, dass die Angeklagte lügt. In keinem Moment belästigt Max den anderen Hund. Die Schläge kamen aus heiterem Himmel. Mittlerweile wurden die Hunde abgenommen. 480 Euro Strafe gibt es für die Tierquälerei, weitere 480 Euro bekommt die Arbeitslose auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Mildernd sind das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten. EC

<p class="caption">Das Video zeigt, wie brutal die Angeklagte mit den Hunden umgeht.  Screenshot </p>

Das Video zeigt, wie brutal die Angeklagte mit den Hunden umgeht.  Screenshot

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.