Wenn die Polizei am Zweitwohnsitz klingelt

Die Polizei ist im Kampf gegen die Coronapandemie an mehreren Fronten aktiv. Unter anderem wird in Skigebieten kontrolliert.   APA

Die Polizei ist im Kampf gegen die Coronapandemie an mehreren Fronten aktiv. Unter anderem wird in Skigebieten kontrolliert.   APA

Lech nimmt wegen Lockdown Ferienwohnungen ins Visier.

LEch Im Kampf gegen die Coronapandemie ist auch die Polizei aktiv. Am 26. Dezember trat in Österreich abermals ein harter Lockdown in Kraft. Handel, Gastronomiebetriebe, Hotels oder Betriebe, die körpernahe Dienstleistungen anbieten sind seither geschlossen. Wer gegen die rund um die Uhr geltenden Ausgangsbeschränkungen verstößt, muss mit einer Anzeige rechnen. Das hat auch die Gemeinde Lech auf den Plan gerufen. Im Mittelpunkt des Interesses: Zweitwohnsitze.

„In einem Lockdown gibt es nur bestimmte Gründe, die es mir erlauben, das Haus zu verlassen. In einer Ferienwohnung darf ich mich nur dann aufhalten, wenn ich dort gemeldet bin“, begründet Bürgermeister Stefan Jochum die Maßnahme. In der Arlberggemeinde stehen knapp 600 Ferienwohnungen. Seit dem 1. Dezember haben sich laut Jochum 230 Personen mit einem Zweitwohnsitz neu angemeldet. Die Kontrollen finden stichprobenartig statt und gehen von der Gemeinde aus. „Es ist auch unfair gegenüber den Betrieben, wenn in den Ferienwohnungen irgendwelche Leute drinnen sind, die dort Urlaub machen“, ergänzt Jochum. Im Einsatz stehen hauptsächlich Beamte der Gemeindesicherheitswache, aber auch der Polizeiinspektion. Wenn Licht brennt, wird geklingelt. Hält sich in der Wohnung jemand auf, der dort nicht gemeldet ist, gäbe es zwei Möglichkeiten, sagt der Bürgermeister: „Entweder er verlässt die Wohnung sofort oder er wird wegen des Verstoßes gegen die Covid-Schutzmaßnahmen bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt.“ Zahlen, wie viele „illegale“ Bewohner bereits angetroffen wurden, konnte Jochum auf Anfrage nicht nennen. Nur so viel: „Es sind doch einige, bei denen man festgestellt hat, dass irgendwelche Sachen nicht stimmen.“

Grenzeinsatz

Seit dem 19. Dezember 2020 ist die Bundespolizei im Auftrag der Gesundheitsbehörden gemeinsam mit dem Bundesheer auch an den Grenzen zugegen. „Die Polizei kontrolliert nach wie vor an den Grenzen die Einreisebestimmungen. Die Kontrollen sind mobil und stationär. Es muss jederzeit mit einer Kontrolle gerechnet werden“, erläutert der Vorarlberger Polizeisprecher Rainer Fitz. Bis zum 10. Jänner wurden an den Vorarlberger Grenzen demnach in 3840 Einsatzstunden 77.658 Personen kontrolliert. Die Bilanz: Die Beamten gaben 574 Formblätter für die Heimquarantäne aus. 4740 Personen verweigerten sie die Einreise. 

Die Kontrollen der Ausgangsbeschränkungen finden Fitz zufolge nach wie vor im Rahmen des täglichen Streifendienstes statt. In Vorarlberg seien zwischenzeitlich 299 Personen nach dem sogenannten Covid-19-Maßnahmengesetz an die Gesundheitsbehörde, sprich die Bezirkshauptmannschaft, angezeigt worden, präzisiert der Polizeisprecher. vn-ger

Corona-Kontrollen

600 Ferienwohnungen gibt es in Lech. Lockdownbedingt finden auf Initiative der Gemeinde stichprobenartige Kontrollen statt.

77.658 Personen wurden zwischen 19. Dezember und 10. Jänner an den Grenzen zu Vorarlberg kontrolliert.

 

299 Personen hat die Polizei nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz an die Gesundheitsbehörde, die Bezirkshauptmannschaft, angezeigt.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.