Koch drohte mit Fleischermesser

Der junge Mann musste unter anderem wegen Nötigung vor Gericht.  EC

Der junge Mann musste unter anderem wegen Nötigung vor Gericht.  EC

18-jähriger reumütiger Oberländer zu 1200 Euro teilbedingter Geldstrafe verurteilt.

Feldkirch „Er hat immer wieder meine Mutter beleidigt, indem er mich einen ‚Hurensohn‘ nannte. Mehrfach traf ich ihn in Bludenz, und immer wieder provozierte er mich damit“, erzählt der junge Koch. Sein ehemaliger Arbeitskollege habe ihn damals damit sehr gekränkt und wütend gemacht. Vor allem auch deshalb, weil seine Mutter an Krebs erkrankt war und vor drei Jahren gestorben ist. Da habe er sich dann Ende Oktober 2020 gedacht, dass er dem Provokateur jetzt einmal richtig die Meinung sagen werde. Ausschlaggebend für diesen Tatplan war auch eine entsprechende Alkoholisierung mit Wodka und Bier.

Mit E-Scooter zur Tat

Von zuhause nahm der Teenager ein Fleischermesser mit, versteckte dies zunächst in seinem Kapuzenpullover und fuhr mit dem E-Scooter los. Als er seinen Kontrahenten traf, drohte er ihm: „Wenn du noch einmal meine Mutter beleidigst, steche ich dich ab!“ Der andere habe ihn ausgelacht, gemeint: „Was willst du? Ich werde dich jetzt anzeigen!“ Das tat der Widersacher auch, was dem bislang Unbescholtenen eine Strafanzeige und nun auch eine Verurteilung einbrachte. Auch bei einem anschließenden Handgemenge ließ der Angeklagte seine Wut am Gegner aus. Dieser saß zunächst auf dem am Boden liegenden Beschuldigten. „Steh auf, geh von mir runter!“, forderte dieser. Als der Gegner der Bitte nachkam, schlug der Angeklagte ihm mit der Faust ins Gesicht, wodurch die Oberlippe aufplatzte. Wegen versuchter schwerer Nötigung und Körperverletzung musste der junge Mann nun vor Gericht.

Zug abgefahren

Sein Verteidiger regt eine Diversion an. Doch da überrascht ihn die jüngste Vergangenheit seines Mandanten. „Der Angeklagte ist bei uns nicht ganz unbekannt. Darüber hinaus wurde bereits 2019 eine Sache mit Diversion erledigt. Dieses Mal ist sogar ein Messer im Spiel, deshalb stimmen wir kein weiteres Mal zu“, so Staatsanwältin Melanie Wörle. Es kommt also zu einer Verurteilung. Doch es gibt zahlreiche Milderungsgründe: Das Alter unter 21 Jahren, die bisherige Unbescholtenheit, das reumütige Geständnis, der Umstand, dass der Junge provoziert wurde und die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit durch den Alkohol wirken mildernd. Außerdem wollte sich der Angeklagte entschuldigen und eine weitere Schadensgutmachung anbieten. Doch bei Zeugenaufruf ist der Zeuge plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. 1200 Euro Strafe werden ausgesprochen, 600 davon bedingt. Das Urteil ist rechtskräftig. EC

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