Drogendeal oder gemeine Intrige

Der junge Angeklagte bestreitet sämtliche Vorwürfe.   eckert

Der junge Angeklagte bestreitet sämtliche Vorwürfe.   eckert

21-jähriger Bludenzer beteuert Unschuld und sieht sich als Verleumdungsopfer.

feldkirch Alles, was der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch zugibt, ist, dass er einen einzigen Joint geraucht hat. Und dies nur, weil er zwei Nächte nicht schlafen konnte.

Die Situation rund um Corona habe ihm dermaßen zu schaffen gemacht. Doch von dem Marihuana seien seine Schlafstörungen und Angstzustände noch schlimmer geworden. Deshalb habe er den Rest des Cannabis im Klo hinuntergespült, sei zu einem Arzt gegangen und habe sich ein Medikament verschreiben lassen. Gedealt habe er noch nie in seinem Leben und er halte auch wenig von Drogen. 

Aussage gegen Aussage

Was hinter dieser ganzen Geschichte steckt, ist schwer nachzuvollziehen.

Sicher ist, dass in der Wohnung einer Bekannten des Angeklagten Drogen gefunden wurden. „Verpetzt“ soll sie der Bruder des Beschuldigten haben. Er war mit der 21-Jährigen einst liiert. Die Polizei konnte einiges an Suchtgift sicherstellen, die Qualität war gut. Doch wer der Dealer und wer unschuldig ist, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Die junge Frau, die selbst nächste Woche als Beschuldigte vor Gericht erscheinen muss, gibt eine völlig andere Aussage zu Protokoll als der Angeklagte. 

Fleißig verkauft

Die 21-Jährige schildert, dass der Angeklagte ihr 500 Gramm Cannabis dagelassen hätte. Ihre Wohnung habe quasi als Zwischenlager gedient. Weitere 350 Gramm habe ihr der Angeklagte und dessen Bruder als „Kommissionsware“ gegeben. Sie verkaufte selbst ebenfalls regelmäßig an Konsumenten, kassierte angeblich rund zehn Euro pro Gramm. Davon habe sie drei Euro dem Angeklagten weitergegeben, sieben Euro habe sie behalten dürfen. Die Frau macht detaillierte Angaben und belastet sich auch selbst. So räumt sie ein, dass sie für das Portionieren zuständig war. Fünf Gramm packte sie jeweils in kleine Plastiktüten. Auf ihrem Handy findet sich auch eine „Schuldenliste“. 700 Euro schuldet sie angeblich dem Angeklagten, „Grasschulden“, behauptet sie.  Der Belastete hingegen dementiert: „Stimmt nicht.“

Dass man bei dem Angeklagten auch zwei spezielle Waagen gefunden hat, kann er erklären: „Wir holen immer wieder mal Kollegen aus Lokalen ab. Mit unserem Auto. Und die vergessen oft Sonnenbrillen, irgendwelche anderen Sachen und eben auch diese zwei Waagen“, so der junge Bludenzer. Nun soll eine weitere junge Frau aussagen. Sie soll offenbar gesehen haben, wie der angebliche Dealer das halbe Kilo Gras in die Wohnung brachte. Der Prozess wurde vertagt. EC

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