Im Alk-Rausch Polizisten getreten

Zwei Männer und eine Frau mussten am Landesgericht Feldkirch als Angeklagte vor dem Richter Platz nehmen.  ECKERT

Zwei Männer und eine Frau mussten am Landesgericht Feldkirch als Angeklagte vor dem Richter Platz nehmen.  ECKERT

Zechgelage endete in Dornbirn mit Gewaltausbrüchen gegen Exekutive.

Feldkirch Wie so oft ist im Nachhinein gar nicht klar, wie es überhaupt zu der Schlägerei kam. Fest steht, der mehrfach vorbestrafte Erstangeklagte legte sich mit einer fremden Person an. Die Polizei wurde gerufen. Danach gesellte sich der Zweitangeklagte, ein 49-jähriger Mechaniker, dazu, um mitzumischen. Als Dritte kam dann noch eine weibliche Bekannte herbeigeeilt.

Das Trio hatte zuvor gemeinsam kräftig gezecht, alle drei waren stark alkoholisiert. Obwohl mehrere Beamte im Einsatz waren, war das wehrhafte Trio kaum zu stoppen.

Getreten und gestoßen

Der Erstbeschuldigte hat bereits Erfahrung mit derartigen Dingen und sogar noch eine bedingte Haftstrafe von fünf Monaten offen. Trotzdem scheinen ihn Alkohol und Schlägereien zu reizen. „Ich bin aber auch verletzt worden und musste sogar operiert werden“, jammert er bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Wie seine beiden Bekannten stieß und trat auch er gegen die Beamten. Ein junger Polizist erlitt Abschürfungen an den Beinen, dafür muss der Angeklagte 100 Euro Schmerzengeld bezahlen.

Erinnerungslücken

Der Zweitangeklagte kann sich zwar kaum mehr erinnern, denn auch er hatte ordentlich getrunken. „Nachdem, was man mir erzählt hat, dürfte es aber schon stimmen, dass ich dabei war“, sagt er. Auch er verletzte Beamte. Zwei junge Polizistinnen erlitten Prellungen, blaue und rote Flecken, und eine hatte eine Zeit lang Schmerzen in der Schulter. 100 und 250 Euro Schmerzengeld gibt es für die beiden Frauen. Dass er die Polizisten unter anderem mit „Arschlöcher“ beschimpft hatte, kann er sich kaum vorstellen. „Das gehört normalerweise nicht zu meinem Wortschatz“, behauptet er.

Anfangs harmlos

Die 45-jährige Drittangeklagte verhielt sich zu Beginn noch unauffällig. Das Video der Polizisten zeigt, wie sie anfangs noch beschwichtigend eingriff. Doch dann wurde auch sie immer rabiater und attackierte die Beamten. „Ich weiß nicht, es war so ein Durcheinander. Ich wollte meinem Freund helfen, und auch ich war so betrunken. Dabei hatten wir zuvor so einen netten, gemütlichen Abend“, erinnert sich die Drittbeschuldigte. Die drei sind geständig, somit sind Schuldsprüche und Strafen rasch geklärt. Der mehrfach Vorbestrafte wird zu 1360 Euro Geldstrafe und weiteren acht Monaten auf Bewährung verurteilt.

„Wenn Sie jetzt noch einmal etwas anstellen, dann haben sie insgesamt dreizehn Monate offen“, erklärt Richter Richard Gschwenter. Die anderen beiden kommen mit reinen Geldstrafen davon. Der Mechaniker muss von den 4800 Euro 2400 bezahlen, der Rest ist auf Bewährung. Die Frau von den 800 Euro 400, die andere Hälfte ist ebenfalls auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC

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