Hustensaft mit berauschender Wirkung

Der 19 -Jährige musste auf der Anklagebank Platz nehmen.  EC

Der 19 -Jährige musste auf der Anklagebank Platz nehmen.  EC

19-Jähriger beschaffte sich und anderen das begehrte Beruhigungsmittel.

Feldkirch Seit seinem dreizehnten Lebensjahr ist der junge Mann drogenabhängig. Vor allem Cannabis zieht ihn an. Nun, mit 19 Jahren, ist es schwierig, davon loszukommen. „Am Wochenende habe ich zuletzt konsumiert“, gesteht er vor Gericht. Dabei ist er derzeit in Behandlung, will endgültig weg von all den Drogen und ist auf einem guten Weg.

Sein Betreuer bestätigt, dass der Unterländer jeden Termin wahrnimmt, einen Job hat, seine Lehre erfolgreich beenden und wieder ein geregeltes Leben führen will. Zuerst muss der bislang Unbescholtene jedoch ein Stück Vergangenheit abschließen. Vor Gericht ist jedoch unklar, um welche Mengen es geht. Sein einstiger Kumpel gab vor der Polizei Bezugsmengen an, die der Angeklagte so nicht anerkennen will.

Gezeichnet von der Sucht

Der 21-jährige Konsument gibt an, er habe zwei bis drei Kilo Cannabis und 150 Gramm Kokain von dem Beschuldigten bezogen. „Das kann nicht sein. Wir haben ein paar Mal gemeinsam Kokain probiert, aber das war rund fünf Mal und da sicher nicht mehr als ein bis zwei Gramm pro Treffen. Verkauft habe ich ihm nie etwas“, so der Beschuldigte. Von maximal zehn Gramm auf 150 Gramm ist es ein großer Unterschied. Auch die zwei bis drei Kilo Marihuana stimmen angeblich nicht. Oft miteinander geraucht, aber solche Mengen verkauft? Niemals, sagt der Angeklagte. Der Zeuge wird nochmals befragt und er hat, angeblich auf Grund seiner Drogensucht, ein schwaches Gedächtnis. Der junge Mann war bereits zwei Mal in der „Valduna“, der Mischkonsum von allem Möglichen hat angeblich Spuren bei ihm hinterlassen. Der damals einvernehmende Beamte soll nun als Zeuge gehört werden.

Hustensaft zur Beruhigung

Was der angeklagte Arbeiter unumwunden zugibt, ist, dass er eine ganze Menge „Makatussin“, einen codeinhaltigen Hustensaft, einnahm. Besorgt hat er sich das rezeptpflichtige Medikament auf irgendwelchen Umwegen in der Schweiz. Um sich diese beruhigende Substanz leisten zu können, verkaufte er 30 Stück der 80 ml-Fläschchen in Vorarlberg. Rund 100 Euro pro Flasche kassierte er dafür.

Zwei bis drei Kilo Marihuana in zehn Monaten, das könne auf keinen Fall stimmen. Beide Männer geben übereinstimmend an, dass sie sich immer wieder zum gemeinsamen Konsum getroffen hätten. Einmal habe der bezahlt, dann der andere, man habe zusammengelegt, dann dem anderen wieder einmal etwas geschenkt. Konkrete Mengen sind schwer zu konkretisieren. Für den Angeklagten geht es um viel, für die angelasteten Mengen gibt es wesentlich strengere Strafen als für die eingeräumten. Der Prozess wurde vertagt. EC

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