Studentin wegen Mehrfachehe vor Gericht

Der jungen Angeklagten wurde übel mitgespielt.  ECKERT

Der jungen Angeklagten wurde übel mitgespielt.  ECKERT

23-jährige Vorarlbergerin kam aufgrund von gefälschter Heiratsurkunde in Teufels Küche.

Feldkirch Sie ist jung, hübsch, intelligent und angehende Akademikerin. Die junge Unterländerin macht einen ehrlichen Eindruck. Es ist kaum zu fassen, was ihr passiert ist, und obwohl ihr das Schicksal übel mitspielte, wurde sie nun wegen „Mehrfachehe“ angeklagt. Zwar ging die Sache mit einer Diversion ohne Vorstrafe, dafür mit 20 Stunden gemeinnütziger Leistung relativ glimpflich über die Bühne, doch erfreulich ist diese Lösung dennoch nicht.

Als die bislang Unbescholtene im August 2018 heiraten wollte, sagte man der 23-Jährigen zu ihrer Verwunderung, dass bereits eine aufrechte Ehe eingetragen sei. Sie verstand die Welt nicht mehr. „Ich habe nie bewusst geheiratet, es gab keine Feier, keine Gratulationen, gar nichts“, so die Angeklagte.

Hereingelegt

Während eines Pflichtpraktikums in London lernte die Studentin einen Inder kennen. Als sie sich später in Indien aufhielt, war ihr dieser Mann angeblich bei einer „Wohnsitzregistrierung“ behilflich. Die junge Frau unterschrieb auf dessen Geheiß ein Formular in indischer Sprache. Später tauchte plötzlich wie aus dem Nichts ein „Certificate of Marriage“ auf, wonach sie mit diesem Mann verheiratet sei. Dass es sich um eine plumpe Manipulation handelte, sah die Vorarlbergerin sogar auf dem gescannten Dokument. Offenbar ging es dem Mann um eine Aufenthaltsbefugnis in Österreich, das vermutet jedenfalls die Betrogene. Er sei nämlich auch in Österreich gewesen, habe sie gestalkt und bei ihren Freunden schlechtgemacht.

Sie konsultierte einen amerikanischen Spezialanwalt. Der sagte ihr, sie könne ihren „wirklichen“ Freund getrost heiraten, die gefälschte Ehe sei ohne Belang.

Viel verlangt

Beim zuständigen Vorarlberger Standesamt wies man sie auf dieses „Ehehindernis“ hin, doch die künftige Braut verließ sich auf die Auskunft des amerikanischen Anwaltes, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. In Österreich erkundigte sie sich wieder, wie sie die „falsche“, vom Inder „eingefädelte“ Ehe endlich los werden könne. Ein Bregenzer Anwalt habe ihr daraufhin empfohlen, sich in Bregenz scheiden zu lassen. „Er sagte, das sei die eleganteste Lösung“, so die Beschuldigte. Was die Frau auch versuchte, alles schien falsch zu sein, eingebrockt von einem vermeintlich hilfsbereiten Bekannten. Schlussendlich erklärt sich die Frau im Strafprozess zu einer Diversion bereit. Mit 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit sollte der Spuk vorbei sein. EC

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