Aus dem Bezirksgericht Straftat im Zustand der vollen Berauschung

Backpfeifen statt Brezel zum Geburtstag

Wiegenfest bei Kollegen begann zwar feucht, endete aber alles andere als fröhlich.

Bregenz Ursprünglich verspürte der 31-jährige Unterländer weder Lust noch Laune, der Einladung zur Geburtstagsparty seines Bekannten zu folgen. Immerhin schrieb er ihm einen Gratulationsbrief mit dem Wunsch: „Und feiert’s noch g‘hörig!“

Wäre er doch nur bei dieser Haltung geblieben. Dann stünde er jetzt nicht als Beschuldigter vor dem Bregenzer Bezirksrichter Christian Röthlin.

„Seien wir sozial“

„Aber dann hat der Kollege von einem großen Geburtstags-Brezel gesprochen“, erinnert sich der Angeklagte bei der Verhandlung. Das verlockende Gebäck schien einen Gesinnungswandel in ihm hervorgerufen zu haben: „Schließlich sagte ich zu meiner Freundin: Seien wir sozial und gehen doch noch hin.“ Das ist aber auch schon alles, was er an Erinnerungsvermögen aufbringt.

Nichts „Durchsichtiges“ trinken

Oder beinahe alles. Denn eines weiß er noch: „Mein Kollege hatte schon immer was dagegen, wenn ich was trinke. Auch ich weiß, was dann passieren kann. Trotzdem stellte er Getränke hin. Er sagte mir nur, ich solle nichts Durchsichtiges trinken, also nichts mit so über 40 Prozent “, schildert der 31-Jährige weiter.

Worauf Richter Röthlin einwirft: „Wasser ist auch durchsichtig, das kann man ebenso trinken . . .“ Nun aber ist endgültig Schluss mit der Gedächtniskraft des Beschuldigten: „Ich weiß nur noch, dass ich plötzlich auf dem Boden lag“, sagt er. Mit einer wesentlich ausgeprägteren Merkfähigkeit treten allerdings die Zeugen vor Gericht auf. Vor allem das damalige 29-jährige Opfer des Angeklagten: „Er begann plötzlich zu stänkern! Als ich ihn aufforderte zu gehen, schlug er mir mit der Faust auf die Nase. Sie blutete und tat eine Woche weh.“ Auch ein weiterer Partygast holte sich bei dem Gerangel mit dem rabiaten Besucher eine blutige Nase.

Mit dem Taxi zur Polizei

Als der aggressive Angreifer irgendwann mit dem Taxi zurück nach Bregenz fuhr, war dessen Chauffeur bereits über Funk von der Polizei informiert worden, seinen Fahrgast doch gleich bei der Inspektion abzuliefern. Dort angekommen, suchte der 31-Jährige zunächst zu Fuß das Weite, aber: „Im Vorkloster haben sie mich dann aufgesammelt. Aber ich war damals zu besoffen, um mich heute zu erinnern, was ich den Polizisten dann sagte.“

3200 Euro Geldstrafe

Der bereits fünffach vorbestrafte Mann wird wegen einer Straftat im Zustand der vollen Berauschung zu einer Geldstrafe in der Höhe von 3200 Euro in 400 Tagessätzen verurteilt. Eine noch offene Strafe auf Bewährung von sechs Monaten Haft wird widerrufen.

Darüber zeigt sich der Verurteilte wiederum glücklich und ist mit der richterlichen Entscheidung einverstanden. VN-GS

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