IT-Experte wegen Lizenzbetrugs angeklagt

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, durch seine Machenschaften einen Schaden von mehr als 300.000 Euro verursacht zu haben.  eckert

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, durch seine Machenschaften einen Schaden von mehr als 300.000 Euro verursacht zu haben.  eckert

Komplizierter Fall aus der Computerbranche beschäftigt Landesgericht Feldkirch.

Feldkirch Gleich vorweg: Gehandelt wird mit vielem. Mit Lebensmitteln, Grundstücken und Wertpapieren. Aber auch mit Lizenzen – also dem Verkauf von Nutzungsrechten – kann man Geld verdienen. Unter anderem, um Computersysteme großer Firmengruppen zu betreiben. Dafür braucht es Experten und moderne Software, die bei Herstellern wie beispielsweise Microsoft nicht ganz billig ist. Will man diese Software legal benutzen, muss man dafür bezahlen.

Um Geld zu sparen, hat sich auch in diesem technisch komplizierten Bereich ein „Second Hand“-Markt herausgebildet. Gebrauchte Software, also Software, für die bereits einmal Lizenzgebühr bezahlt wurde, kann um rund ein Drittel billiger von Händlern erworben werden.

Streng kontrolliert

Die Gründe, warum man sich mit gebrauchter Software zufriedengibt, sind verschieden. Zum einen kann es sein, dass diese für den geplanten Betrieb noch durchaus zeitgemäß und somit ausreichend ist, zum anderen, dass sie zu vorhandenem Gerät ohnedies besser dazu passt. Dafür, dass der Handel mit gebrauchter Software legal ist, sind allerdings einige Bestimmungen einzuhalten.

Ob das bei einem nun am Landesgericht Feldkirch angeklagten, 31-jährigen Computerexperten der Fall war, steht nun auf dem Prüfstand. Da die Materie äußerst kompliziert ist, muss der Prozess allerdings vertagt werden. Ein Sachverständiger soll Licht ins Dunkel bringen. Vorerst wurde der Beschuldigte einvernommen. Der gibt zwar zu, eine Urkunde gefälscht zu haben. Was aber den Handel mit gebrauchten Lizenzen betrifft, habe alles seine Ordnung gehabt, beteuert der Beschuldigte.

IT-Experten im Zeugenstand

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen einen Schaden von 302.000 Euro verursacht zu haben. Bezüglich einer Vorarlberger Firma aus dem Metallbereich wurde der Vertrag rückabgewickelt und der Beschuldigte hat die 82.000 Euro Kaufpreis zurückbezahlt.

Die Firma erwarb mittlerweile von einem Großhändler andere Lizenzen, bei denen sichergestellt sei, dass sie legal sind. „Das Lizenzthema ist sehr kompliziert. Alles funktionierte.

Keine rechtliche Grundlage

Doch das heißt nicht, dass es auch rechtens ist“, so der IT-Abteilungsleiter des betroffenen Unternehmens als Zeuge.

„Die Lizenzen hätten einem Audit von Microsoft vermutlich nicht standgehalten“, ist sich der Zeuge ziemlich sicher, dass die entsprechende rechtliche Grundlage fehlt. Unter Audit versteht man ein Lizenzprüfungsverfahren durch den Hersteller. Unter Umständen hätte die Firma sogar Strafe bezahlen müssen, meint er. Der Infrastrukturmanager der zweiten Firma, eine Aktiengesellschaft mit 17 internationalen Standorten, ist überzeugt, dass die 300.000 Euro Kaufpreis gerechtfertigt und die Lizenzen sowohl legal und damit auch gültig sind. Nun ist der Sachverständige am Zug. EC

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