Raub mit Messer: zehn Jahre Haft

16-fach vorbestrafter Drogensüchtiger verletzte Pensionistin bei Überfall schwer.

feldkirch Zehn Jahre Haft wegen versuchten schweren Raubes, eine harte Strafe. Doch angesichts der Vorstrafen und einem Rahmen von bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe nachvollziehbar. Es ist nicht das erste Mal, dass der 41-Jährige jemandem Leid zufügt. Zuletzt bekam er in Österreich eine vierjährige Haftstrafe wegen absichtlich schwerer Körperverletzung, weil er mit einem Messer auf einen Ausländer losging. In seiner Schweizer Heimat wurde der Mann außerdem bereits wegen schweren Raubes verurteilt. Über ein Dutzend Vorstrafen hat der Mann in seiner Heimat angesammelt. Nun war es eine 66-jährige Pensionistin, die der Drogenabhängige mit seinem Messer an der Hand schwer verletzte.

Der Überfall auf die Rentnerin ereignete sich am 19. Jänner in der James-Joyce-Passage, besser bekannt als Hypo-Passage, in Feldkirch. Dieses Verbrechen verübte der im Schweizer Rheintal geborene und gelernte Dachdecker und Spengler bereits ein halbes Jahr nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis.

Raub am helllichten Tag

Die Rentnerin war damals gegen 16.45 Uhr unterwegs zu einer Verabschiedung eines Bekannten in einer orthodoxen Kirche. Auf dem Weg zu den Trauerfeierlichkeiten überraschte sie der Täter in der Unterführung. Mit der Mütze tief ins Gesicht gezogen und hochgestelltem Kragen forderte er „Kohle her!“.

Enorme Schmerzen

„Er hat an meiner Tasche gerissen und gezerrt, ich dachte nur, dass ich mir das Gesicht merken muss, um den Mann später identifizieren zu können“, so die Zeugin bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Dass sie schwer verletzt wurde (ihre lange Daumenstrecker-Sehne wurde zu 95 Prozent durchtrennt), bemerkte sie im ersten Schock gar nicht. Sechs Wochen musste sie einen Gips tragen, danach noch zehn Tage einen Verband und selbst heute ist sie auf fremde Hilfe angewiesen.

„Ich musste fünf Tabletten pro Tag nehmen, um die Schmerzen überhaupt auszuhalten“, erinnert sich das Opfer und auch heute noch tut ihr die Hand weh. Der Angeklagte behauptet, er habe die Rentnerin mit seiner etwa 30-jährigen Morphiumdealerin verwechselt. Diese habe ihn beim letzten Deal betrogen, ihm für 100 Euro irgendwelche andere Substanzen angedreht, deshalb habe er sich sein Geld zurückholen wollen.

Doch niemand glaubt ihm. Zehn Jahre Haft und 500 Euro Teilschmerzensgeld für das Opfer lautet das Urteil. EC

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