Raubüberfall in Alberschwende: So brutal gingen die Täter vor

von Christiane Eckert
Auf seinem Facebookprofil posiert der 33-Jährige im September 2018 mit einem ganzen Büschel an Geldscheinen.

Auf seinem Facebookprofil posiert der 33-Jährige im September 2018 mit einem ganzen Büschel an Geldscheinen.

Die Anklage ist draußen, Skrupellosigkeit der Bettler erschreckt.

Feldkirch Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft bereits Anklage wegen schweren Raubes erhoben. Die zwei Brüder, 22 und 26 Jahre alt, waren größtenteils geständig. Der jüngere steuerte nach eigenen Aussagen den silbernen BMW 320. Der Dritte, ein 33-jähriger Landsmann, beschönigte bislang seine Rolle an dem Überfall auf den 66-jährigen Pensionisten in Alberschwende.

Die Bettler und das Opfer geben übereinstimmend an, dass der 33-Jährige im Laufe seiner vorangegangenen Betteltouren von dem großzügigen Mann mindestens 1000 Euro herauslockte. Der Rentner wollte armen Menschen helfen. Am 3. Dezember verschafften sich zwei der Männer über den Stall Zutritt zum Haus und überraschten den auf dem Sofa schlafenden Alberschwender gegen halb elf Uhr abends. Laut dem Opfer schlugen die beiden sofort brutal zu, brachen ihm diverse Gesichtsknochen und forderten immer wieder Geld. Der 33-Jährige, den das Opfer wiedererkannte, stellt seine Rolle allerdings so dar: „Als ich als Zweiter dazukam, lag der alte Mann bereits blutüberströmt am Boden, ich habe ihn erstversorgt und ihm aus Mitleid die Fesseln abgenommen.“ Der 26-Jährige räumt hingegen ein, dass er dem Opfer, das nach den Schlägen stark blutete, im Stress eventuell auch Fußtritte gegen den Kopf versetzte. Immer wieder forderten die beiden laut Anklage Geld, die Beute insgesamt: knapp 300 Euro.

Die Täter durchsuchten das Haus und stopften laut bisheriger Aussage dem Mann auch Stoff in den Mund, um ihn ruhigzustellen, doch dies gelang nicht. Somit ließen sie den immer wieder in Bewusstlosigkeit fallenden Pensionisten einfach im Haus liegen.

Blut mit Wischmopp

Der 33-Jährige wischte laut Protokoll noch das Blut am Küchenboden mit einem Mopp auf, dann gingen die Männer davon. In der Wiese fand man später Schuhe, die laut Fahndern den Tätern gehörten. Zwei der Rumänen, nämlich die Brüder, flüchteten mit dem BMW über Deutschland, wobei sie offenbar noch einen Treibstoffdiebstahl an einer Autobahnraststätte in Niederösterreich begingen. Eine Streife der Autobahnpolizei hielt die beiden an.

Das gerichtsmedizinische Gutachten bestätigt mindestens fünf erhebliche stumpfmechanische Gewalteinwirkungen, komplexe Trümmerbrüche diverser Gesichtsknochen. Der Nachbar, zu dem sich das Opfer erst viel später flüchtete, erkannte den Mann aufgrund der Schwellungen und Blutungen zunächst nicht. Zudem, so der Mediziner, bestand wegen des möglichen Einatmens von Blut ein hohes Erstickungsrisiko, auch eine Luftembolie wäre leicht möglich gewesen. Die Geschwister des 66-Jährigen helfen ihm, in sein Haus will er jedenfalls nicht mehr zurück. Ob Folgen zurückbleiben, ist noch offen. Ende April steht allenfalls eine zweite Operation an. Stefan Denifl vom „Weißen Ring“ vertritt das Opfer und dessen Familie: „Es handelt sich leider um einen ganz besonders brutalen Raub. Das Opfer und seine Angehörigen sind sehr froh, dass die Täter so rasch von der Polizei gefasst werden konnten“, kommentiert er den Fall auf VN-Anfrage.

„Das Opfer und seine Angehörigen sind sehr froh, dass die Täter so rasch gefasst wurden.“

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