Opfer schutzlos brutalem Schläger ausgeliefert

Bei Angriff tatenlos zugesehen und Attacke noch mit Handy gefilmt.

Feldkirch. Es war ein äußerst brutales Vorgehen des Schlägers, als er im Juni am hellichten Tag einen 17-Jährigen auf einer öffentlichen WC-Anlage in Hard niederschlug. Mit einbandagierten Fäusten, wie ein Profiboxer, wartete der 15-jährige Tschetschene in Hard ab, bis der Kontrahent auftauchte und attackierte ihn dann mit Schlägen und Kniestößen.

Auf dem Video hört man regelrecht die Knochen krachen, während die Knie immer wieder den Kopf des Jugendlichen treffen. Wie durch ein Wunder erlitt der Verletzte nur Prellungen und Platzwunden. Der 15-jährige tschetschenische Schläger wurde für diese Attacke unlängst in erster Instanz zu einer Gesamtstrafe von 21 Monaten verurteilt.

Dabei wurden noch weitere Entgleisungen, wie beispielsweise ein versuchter Raub und offene Strafen aus der Vergangenheit, berücksichtigt. Hintergrund für die brutale Attacke im Juni in Hard waren Beleidigungen der Freundin.

Kumpel mit von der Partie

Am Dienstag mussten sich zwei weitere Jugendliche vor Richter Richard Gschwenter verantworten. Sie hatten dem mehrfach Vorbestraften verraten, wann das Opfer vor der Kirche auftaucht und es so schutzlos der Attacke ausgeliefert. Als der Tschetschene mit seinen Schlägen loslegte, sahen die beiden Angeklagten im Alter von 15 und 16 Jahren nur zu, unternahmen nichts und verständigten auch nicht die Polizei.

Schlimm zugerichtet

Das Opfer war schlimm zugerichtet, kontaktierte aber auch selbst nicht die Exekutive. Den zwei untätigen Jugendlichen wird ihr Verhalten als „Unterlassung der Verhinderung einer mit Strafe bedrohten Handlung“ vorgeworfen. Die beiden jungen Türken räumen im Prozess kurz und bündig ein: „Ja, es war falsch.“ Mit einer Diversion, 20 Stunden gemeinnützigen Leistungen, sind sie einverstanden.

Der 16-jährige Zuseher war nicht nur untätig, er filmte die Schlägerei auch noch. Offenbar fand er das besonders cool. Im Gerichtssaal behaupten beide, dass sie auch Angst gehabt hätten, als ihr Kollege das Opfer dermaßen verprügelte. Dieses Handyvideo war es auch, das die Polizei erst auf den Fall aufmerksam machte. Da sich das Opfer keine Hilfe suchte, wäre der Angriff sonst nie ans Tageslicht gekommen.

Wenn die Burschen die 20 Stunden Arbeit leisten, ist die Sache für sie erledigt. Die Gerichtskosten werden ihnen erlassen. EC

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