Tödliche Messerstiche: Haller erstellt Gutachten

Die Spurensicherer am Tatort, dem Huber-Hof in Gratsch bei Meran.  rai news

Die Spurensicherer am Tatort, dem Huber-Hof in Gratsch bei Meran.  rai news

Vorarlberger Gerichtspsychiater untersucht mutmaßlichen Täter nach Bluttat in Südtirol.

Schwarzach, Meran Im Mittelpunkt der schockierenden Tat vom 24. September 2018 in Gratsch bei Meran in Südtirol steht ein 38-jähriger Vorarlberger. Der Dornbirner soll seine 34-jährige Frau und Mutter von zwei Töchtern mit zahlreichen Messerstichen umgebracht haben (die VN berichteten). Er gestand die Tat und gab Eifersucht als Motiv an. Seitdem befindet er sich als Tatverdächtiger in Bozen in Untersuchungshaft.

Es gibt noch keine Anklage, folglich ist auch der Termin der Verhandlung noch unklar. Und auch, worauf die Anklage lauten wird. War es vorsätzlicher Mord oder Totschlag? War der Vorarlberger bei der ihm vorgeworfenen Tat zurechnungsfähig? Neben Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sollen auch Expertengutachten diese Fragen klären. Als einer der Experten kam schon bald nach der Bluttat der Vorarlberger Gerichtspsychiater Reinhard Haller ins Spiel. Um dann aber gleich vom Südtiroler Untersuchungsrichter Peter Michaeler infrage gestellt zu werden. Haller sei „territorial unvereinbar“, weil er wie der Tatverdächtige ein Vorarlberger sei. Doch dieser Einwand ist inzwischen wieder verworfen worden.

Acht Gutachter

Tatsächlich ist Haller von der Verteidigung als Gerichtspsychiater nominiert worden, er wird also ein gerichtspsychiatrisches Gutachten über den Dornbirner erstellen. Das bestätigte der Psychiater am Montag den VN. Doch er wird nicht der Einzige sein.

Denn nach italienischem Recht können mehrere Gutachten in einem einzigen Fall erstellt werden. „Mehrere Parteien haben die Möglichkeit dazu, wie Staatsanwaltschaft, Untersuchungsrichter oder Verteidigung. In Italien läuft eben alles ein bisschen anders als bei uns in Österreich “, so Haller. Im gegenständlichen Fall sollen sich nicht weniger als acht Gutachter mit dem psychischen Zustand des Dornbirners beschäftigen. VN-GS

„In Italien läuft eben alles ein bisschen anders als bei uns in Österreich.“

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