Sicherheitspreisträger. Richard (65) und Christine Pösel (65) stellten eine Brandstifterin

„Die Frau war wie paralysiert“

Christine und Richard Pösel zeigten Zivilcourage.  VN/js

Christine und Richard Pösel zeigten Zivilcourage.  VN/js

Eltern des Bludenzer Feuerwehrkommandanten setzten Brandserie ein Ende.

Bludenz Eine beispiellose Brandserie hatte zu Beginn des Vorjahres die Bludenzer Feuerwehr über mehrere Wochen in Atem gehalten. Nicht weniger als elf Brände hatten die Kameraden der Alpenstadt während dieser Zeitspanne zu bekämpfen. Die Brände waren teils in den engen Gassen der Bludenzer Altstadt gelegt worden und stellten die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.

Nachmittagsspaziergang

So auch am Vormittag des 19. März 2017, als die freiwilligen Helfer neuerlich zu einem Einsatz ausrücken mussten. Einige Stunden später entschlossen sich Christine und Richard Pösel an eben diesem Sonntag zu einem Nachmittagsspaziergang. Den Eltern des Bludenzer Feuerwehrkommandanten war die Problematik gut bekannt. Auch vom vormittäglichen Feuerwehreinsatz hatten die beiden erfahren.

Nicht ahnend, was sich in den nächsten Minuten abspielen würde, machte sich das Ehepaar auf den Weg. Beim Einbiegen in die Unterfeldstraße konnten sie beobachten, wie eine Frau versuchte, ein brennendes Blatt Papier in einen Kleidercontainer der Caritas zu werfen. „Was machen Sie da?“, rief Richard Pösel der Frau zu, die erschrocken zusammenzuckte. Geistesgegenwärtig zückte der ehemalige Feuerwehrkommandant sein Handy und fotografierte die Fremde. Während der Bludenzer sofort darauf die Polizei verständigte, versuchte seine Frau die vermeintliche Brandstifterin zur Rede zu stellen. „Sie war wie paralysiert“, erinnert sich Christine Pösel zurück. „Ich habe an ihr Gewissen appelliert und versucht, ihr klar zu machen, dass das nicht richtig ist, was sie da tut.“

Die Beschuldigte ließ sich jedoch zu keinerlei Reaktion hinreißen und wechselte nach ein paar Minuten wortlos die Straßenseite. „Wir warteten auf der gegenüberliegenden Straßenseite bis die Beamten eintrafen und sie mitnahmen“, schildert Richard Pösel. „Es war reiner Zufall, dass wir genau zu dieser Zeit unterwegs waren. Durch die Betroffenheit unseres Sohns Jürgen hatten wir einen gewissen Bezug zur Thematik, weshalb wir diesbezüglich vielleicht etwas wachsamer waren als andere Passanten.“

Tatsächlich wurden in den Wochen und Monaten nach der Ergreifung dieser Frau keine gleichartigen Taten in Bludenz mehr begangen. VN-JS

KSÖ-Sicherheitspreis

Das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) verleiht wieder den Sicherheitspreis. Damit werden Personen ausgezeichnet, die sich im Jahr 2017 um die Aufklärung von Verbrechen verdient gemacht haben. Es sind Helden des Alltags, die durch ihr couragiertes Verhalten einen besonderen Beitrag bei der Unterstützung der Polizei und damit für die Sicherheit der Bevölkerung geleistet haben. Einige von ihnen stellen wir in dieser Serie vor.

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