Prozess um Mordversuch an der Ehefrau

von Christiane Eckert
VN-Bericht vom 26./27. August 2017.

VN-Bericht vom 26./27. August 2017.

Messerattentäter von Wolfurt am Montag vor Gericht.

Feldkirch Der Kernsachverhalt steht fest, die Anklage ist rechtskräftig und Prozesstermin ist am kommenden Montag, 7. Mai, im Schwurgerichtssaal des Feldkircher Landesgerichts.

Große Herausforderung

Für den 30-jährigen Bregenzer Verteidiger Florin Reiterer wird es eine Herausforderung. Die Tat, bei welcher der 37-jährige Mann seine Frau am 25. August 2017 direkt vor ihrer Wolfurter Wohnung abpasste und mit einem großen Messer derart attackierte, dass die gleichaltrige Frau die fünf Messerstiche nur knapp überlebte, war brutal. Dennoch beharrt der Beschuldigte darauf, dass er nur reden wollte.

Im Affekt sei es zu den Stichen gekommen, töten habe er die Mutter seiner zwei Kinder nie wollen. Während er anfangs keine Angaben machen wollte, gab er fünf Monate später an, was seiner Meinung nach geschehen ist.

„Tat war geplant“

Strittig ist, wer die Scheidung wollte und wer sich dagegen sträubte. „Ein SMS des elfjährigen Sohnes meines Mandanten hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, erklärt Reiterer die Hintergründe.

Am Tag vor der Tat habe der Bub mitgeteilt, dass der 37-Jährige gar nicht sein Vater sei. Ein Aufhänger für die Anklage ist der Umstand, dass der Mann mit einem Messer zum Tatort gefahren ist. „Die Tat war geplant“, sagt deshalb die Anklagebehörde.

Der Angeklagte kontert: „Ich habe immer ein Messer in der Tasche. Beruflich, weil ich immer wieder mal ein Paket aufschneiden muss. Privat, wenn ich mit den Kindern in den Wald gehe oder grille.“ Doch laut der gerichtsmedizinischen Untersuchung kommt ein Taschenmesser definitiv nicht als Waffe in Frage. Es müsse sich dabei vielmehr um ein großes, einschneidiges Küchenmesser mit breiter Klinge gehandelt haben, so der Innsbrucker Gerichtsmediziner Walter Rabl.

Ein weiteres Argument für einen Tatplan ist seitens der Anklagebehörde der Umstand, dass am Tatort Arbeitshandschuhe gefunden wurden. DNA-Spuren des Täters und des Opfers haften an. Der Angeklagte gibt folgende Erklärung: „Ich trage beruflich oft Arbeitshandschuhe und auch sonst liegen immer welche im Auto.“

„Eifersüchtiger Pascha“

Ob er in jener Nacht welche getragen habe, wisse er nicht mehr. Seine Frau beschreibt den Mann als „eifersüchtigen Pascha“, er selbst leugnet dies. Als er mit seinem gold-braunen Mercedes von Lochau durch den Pfändertunnel gefahren sei, habe er mit ihr reden wollen.

Wie es zu den fünf wuchtigen und beinahe tödlichen Messerstichen kam, bei denen die Messerspitze am Beckenknochen abbrach und eine Notoperation erforderlich machte, könne sich der 37-jährige Angeklagte nicht erklären. Im
Zorn habe er auf die Beine eingestochen. Die massiven Verletzungen kann er sich ebenfalls nicht erklären.

Die Verteidigung geht von einer absichtlich schweren Körperverletzung ihres Mandanten aus.

„Ein SMS des Sohnes meines Mandanten hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“

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