Große Betroffenheit nach dem Hitzetod eines Kleinkinds

von Gerhard Sohm
Die enorme Hitze im Auto führte zum Tod des 19 Monate alten Kindes.

Die enorme Hitze im Auto führte zum Tod des 19 Monate alten Kindes.

19 Monate alter Bub fiel laut Obduktionsergebnis tödlicher Hitzeeinwirkung zum Opfer.

schwarzach. Die Tragödie ereignete sich am vergangenen Dienstag im Oberland. Die Mutter des Kleinkinds, eine 17 Jahre alte Oberländerin, und ihr 20-jähriger Freund hatten sich gemeinsam mit dem 19 Monate alten Buben auf der Rückreise aus der Steiermark befunden.

Laut Information der Polizei traf das Paar am Nachmittag bei der Wohnung des 20-Jährigen, der nicht der Kindesvater ist, ein. Zu diesem Zeitpunkt herrschte mit 30 Grad eine hochsommerliche Temperatur. Der kleine Bub schlief im Kindersitz des Autos. Um ihn nicht aufzuwecken, wurde er von seiner Mutter im Auto zurückgelassen. Anschließend ging die 17-Jährige mit ihrem Freund in dessen Wohnung, in der sie anschließend vermutlich aufgrund ihrer Ermüdung durch die Reise einschliefen. Das im Pkw zurückgelassene Kind wurde von möglichen Passanten nicht bemerkt, da sich das Auto auf einem nicht einsehbaren Abstellplatz befand.

Notruf abgesetzt

Es war bereits Abend, als die Mutter und ihr Lebensgefährte wieder erwachten. Dann bemerkten sie das Fehlen des Kleinkinds, wie die Polizei wörtlich ausführte. Der Mann begab sich sofort zum Auto und fand dort den bereits leblosen Körper des Buben vor. Er setzte unverzüglich einen Notruf ab. Laut Polizeisprecherin Susanne Moll ließ er sich über das Telefon von der Rettung Instruktionen zur Reanimierung des Kindes geben, doch seine Bemühungen blieben erfolglos. Wie die am Donnerstag durchgeführte Obduktion des Leichnams im Gerichtsmedizinischen Institut in Innsbruck ergab, ist das Kind aufgrund von Hitzeeinwirkung gestorben. Die Mutter des Kindes, die unter Schock stand, und ihr Freund wurden noch am Dienstag vom Kriseninterventionsteam betreut.

Anzeige wird erstattet

Polizeisprecherin Moll bestätigte, dass Anzeige wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung erstattet wird.

Ein ähnlicher Vorfall hatte sich in Vorarlberg im Jahr 1998 in Dornbirn ereignet. Eltern hatten ihr zweimonatiges Baby damals bei brütender Hitze im Auto zurückgelassen. Ein Passant hatte das schreiende Baby in der Jahnstraße entdeckt und mit Hilfe einer Beamtin der Stadtpolizei in Sicherheit gebracht. Über das verantwortungslose Verhalten der Eltern wurde nicht nur das Jugendamt informiert, auch die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Es kommt zur Anzeige wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Susanne Moll (Polizei)
Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.