Betrug mit „Option888“

Vorarlberger verlor beinahe 200.000 Euro bei hochspekulativen Finanzgeschäften über Onlinebroker.

Feldkirch. Alles fing so harmlos an. Peter R. war im Krankenstand. „Ich hatte jede Menge Zeit.“ Der Handwerker stöberte im Internet und stieß auf diese verlockende Anzeige: „Mit 500 Euro zum Millionär“. Das verspricht ein Unternehmen namens „Option888“. Geld verdienen per Knopfdruck, das reizte Peter R. schon. Er klopfte via E-Mail an und erhielt umgehend Antwort. Wenig später stieg er mit 250 Euro ein. Er überwies das Geld online. Dafür musste er sich mit Name und Telefonnummer registrieren. Und schon wurde ihm ein persönlicher Trader (Händler) zugeteilt: Bastian Meister trat in sein Leben.

Ob es Bastian Meister wirklich gibt, lässt sich bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Damals schien er sehr real. Im Handumdrehen verhalf er Peter R. zu ersten kleinen Gewinnen. Der Vorarlberger setzte Summen darauf, dass der Kurs einer Fremdwährung oder einer Aktie einen bestimmten Wert erreichte. Zu Beginn klappte das auch hervorragend. Schließlich überwies Peter R. Beträge im fünfstelligen Bereich auf eine tschechische Bank und eine in Montenegro. Sein virtuelles Konto explodierte schier. Die Warnungen seiner eigenen Hausbank schlug er in den Wind.

Stattdessen erwirkte er ein erhöhtes Kreditkartenlimit von 10.000 Euro und machte eine Lebensversicherung flüssig. Nur den Hauskredit erhöhte er nicht, obwohl Bastian Meister darauf drängte. Aber inzwischen war auch der Vater von Peter R. dem angeblich so netten Stuttgarter Finanzhändler verfallen und hatte seinerseits 60.000 Euro in „Option888“ investiert. Insgesamt haben Peter R. und sein Vater 197.000 Euro überwiesen. Die angeblichen Gewinne – „der Bonus betrug sogar einmal 500.000 Euro“ – sahen sie nur auf dem Bildschirm. Als Peter R. dann Anfang April mal etwas von dem Geld auch haben wollte, wurde der Kontakt zu Bastian Meister einsilbig. Ende April reiste der Unterländer auf ein Sportlager. Zuvor veränderte er die Zugriffscodes auf sein Konto bei „Option888“. Er wähnte sich sicher. Als er zurückkehrte, war das Geld weg. Bastian Meister tauchte nie wieder auf.

Warnung der AK

Peter R. nahm sich einen Anwalt und er wandte sich an die AK Vorarlberg. Dort kümmert sich Konsumentenschützer Paul Rusching um den Fall. Aber leicht wird das nicht. „Option 888 hat den Firmensitz angeblich in Samoa. Der Handel mit den sogenannten binären Optionen unterliegt keinerlei Aufsicht. Deshalb warnen österreichische und europäische Aufsichtsbehörde eindringlich vor solchen hochspekulativen Geschäften. „Die AK Vorarlberg kann sich dieser Warnung nur anschließen“, betont Rusching.

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