Hanfernte in Feldkirch bescherte Haftstrafe

Der „Drogenbauer“ wurde am Landesgericht Feldkirch zu acht Monaten unbedingter Haft verurteilt.  Foto: EC

Der „Drogenbauer“ wurde am Landesgericht Feldkirch zu acht Monaten unbedingter Haft verurteilt.  Foto: EC

Fünf Kilo aus Eigenbau, dazu Weitergabe von sechs Kilo Marihuana wurden Götzner zum Verhängnis.

FeldkiRch. Seit Langem ist der 53-Jährige süchtig. Obwohl er einen Job hatte, wo er seinen Führerschein dringend brauchte, rauchte er täglich zwischen zwölf und 20 Joints, trank dazu reichlich Hochprozentiges und war täglich beruflich auf Vorarlbergs Straßen unterwegs. Dass er dabei Glück hatte, dass nie was passierte und dass sein Verhalten falsch war, sieht er heute ein. Das sagt er zumindest vor Gericht. Während sein Kumpel wegen seiner Drogengeschäfte eine mehrjährige Haftstrafe absitzt, traf es den zweiten „Drogenbauer“ acht Monate unbedingt. Weitere 16 Monate Haft wurden auf Bewährung ausgesprochen, 31.500 Euro wurden für verfallen erklärt.

Heimische Ernte

Zu zweit zogen die beiden Männer in Nofels in Feldkirch insgesamt 400 Cannabispflanzen groß. Die Ernte konnte sich mit fünf Kilo Marihuana sehen lassen. Der 53-Jährige konsumierte und verkaufte. Mehrere Jahre war der Mann im Geschäft, Gesamtweitergabe: sechs Kilo. Auch Minderjährige, beispielsweise jugendliche Sprösslinge von kiffenden Eltern, wurden versorgt. „Sie hatten kein Geld und haben mich angebettelt“, räumt der Mann vor Gericht ein.

Die beiden Männer betrieben die Indooranlage mit erheblichem Aufwand. Strom, Wasser, Beleuchtung, Pflege – das alles gestaltete sich schwieriger als vermutet. Die Ware schimmelte beispielsweise gerne, wenn sie zu feucht in Plastiktüten verpackt wurde. Doch mit den Jahren lernten die beiden. „Unser Stoff war nicht der absolute Hammer, aber auch kein Müll“, äußerte sich der Angeklagte vor der Polizei. Sein Freund führte sauber Buch über den Handel. Das war auch nötig, denn der Mann war zuvor mit einem Geschäft pleite gegangen, hatte Schulden und gesundheitliche Sorgen. Da
musste er sein „zweites Standbein“, wie Staatsanwalt Manfred Bolter es mit einem Grinsen nennt, funktionieren. Für das Gramm Marihuana konnten die beiden immerhin sieben Euro verlangen.

Keine Therapie

„Mein Mandant war schwer süchtig“, plädiert Verteidigerin Astrid Nagel für ein mildes Urteil. Unter einer gewissen Gesamtmenge können Drogendelinquenten Therapie statt Strafe bekommen. Doch bei dem Götzner ist die Menge zu groß, ihm kommt diese Möglichkeit nicht zugute. Der bislang Unbescholtene möchte sich das Urteil überlegen. Somit ist es noch nicht rechtskräftig. Die 31.500 Euro aus Drogengeschäften werden für verfallen erklärt. Ob sie eintreibbar sind, ist eine andere Frage.

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