Aus dem Bezuirksgericht. Vergehen der Körperverletzung

Vater (43) griff erst zur Flasche, dann zum Gürtel

Der Beschuldigte wählte eine besonders schmerzhafte Strafe für seine Kinder.

Der Beschuldigte wählte eine besonders schmerzhafte Strafe für seine Kinder.

Familienvater gab Alkohol und Stress als Auslöser für seine Gewaltexzesse an.

Dornbirn. (VN-gs) Der 43-jährige Afghane hat fünf Kinder und gibt als Beschuldigter vor dem Dornbirner Bezirksrichter Frank Plasinger an, monatlich mit 267 Euro Grundversorgung auskommen zu müssen. Beschäftigung hat er derzeit keine.

Auch seelische Schmerzen

Die Anklage wirft dem Familienvater das Vergehen der Körperverletzung in mehreren Fällen über einen längeren Zeitraum vor. Die Opfer: drei seiner eigenen Kinder. Der Mann schlug dabei nicht mit den Fäusten zu, sondern mit einem Gürtel. Die Situation wurde mit der Zeit unerträglich. Schließlich sah sich die Familie zu einer Anzeige gegen ihr eigenes Oberhaupt gezwungen.

Vor Gericht erscheint keines der Kinder als Zeuge. Stattdessen betritt hre Privatbeteiligtenvertreterin, Rechtsanwältin Sandra Wehinger, den Verhandlungssaal. Sie fordert für zwei der Opfer jeweils 500 Euro Schmerzensgeld, für ein weiteres 200 Euro. Sie betont, dass ihnen nicht nur körperliche Schmerzen zugefügt worden seien, sondern auch seelische: „Die Ermittlungen der Polizei stellten für die Kinder eine große psychische Belastung dar“, begründet sie.

Ein Zimmer zu acht

Psychische Belastung? In dieselbe Kerbe schlägt auch der Beschuldigte. Allerdings nur für sich selbst: „Seit 22 Monaten leben wir zu acht in nur einem Zimmer. Das macht Stress“, führt er ein Argument als Auslöser für sein Verhalten an. Außerdem sei er während seiner Ausraster ständig alkoholisiert gewesen, will er seine Verantwortung offensichtlich einschränken.

Verurteilt

Es kommt zum Schuldspruch im Sinne der Anklage. Mit dem Hinweis auf die prekäre finanzielle Lage des 49-Jährigen fällt das Urteil recht mild aus: 480 Euro Geldstrafe, die Hälfte davon bedingt auf eine Probezeit von drei Jahren. Dem Antrag der Privatbeteiligtenvertreterin wird allerdings in voller Höhe stattgegeben. So wird der Verurteilte verpflichtet, innerhalb der nächsten zwei Wochen 1200 Euro Schmerzengeld an seine Angehörigen und Opfer zu entrichten. 

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