Landesjägermeister appelliert: „Hunde im Wald an die Leine“

von Gerhard Sohm
Landesjägermeister Ernst Albrich.
 foto: vn
Landesjägermeister Ernst Albrich. foto: vn

Ernst Albrich über die Aufregung um den erschossenen Hund in St. Anton im Montafon.

Schruns. (VN) Ein Jäger erschoss in einem Waldstück in St. Anton im Montafon einen frei laufenden Familienhund (die VN berichteten). Der Vorfall sorgte nicht nur für Schlagzeilen, sondern auch für eine Woge der Empörung – losgetreten nicht nur vonseiten der Tierschützer. Empörung rumort auch in der Seele der Vorarlberger Jägerschaft.

Mit dem Jäger gesprochen

Landesjägermeister Ernst Albrich betont gegenüber den VN, dass er mit dem betroffenen Schützen Thomas Battlogg über die Sache bereits gesprochen habe. „Er hat selbst eingestanden, dass er einen Fehler gemacht hat. Nach seinen eigenen Aussagen sei seine Handlung nicht richtig gewesen. Er sprach aber auch von einer Verwechslung.“

„Größtes Verständnis“

Die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit sei nicht seine – Albrichs – Sache. „Es finden polizeiliche Ermittlungen zu dem Vorfall statt. Die zuständige Behörde wird dann entscheiden, ob der Abschuss ein Vergehen war oder nicht.“ Er habe größtes Verständnis für die Trauer der Familie um den Verlust ihres Labradors, nicht aber für ihre Reaktion, die einem „Rachefeldzug“ nahe komme.

Die Jägerschaft ist ein Verein, der sich um die Erfüllung der Abschussliste von Wild kümmert bzw. kümmern muss. „Und wenn man weiß, dass man sich in ein Gebiet begibt, das von Wild bevölkert wird, darf man einen Hund nicht von der Leine lassen“, betont Albrich.

„Ethik im Tierschutz“

Bei einem Freilauf käme es dabei natürlich auch auf die Hunderasse an. „Ein Labrador wie im aktuellen Fall ist anders geprägt als beispielsweise ein kleiner Pinscher. Ein Labrador hat einen ganz natürlichen Jagdinstinkt.“ Das mache ihn so gefährlich allein im Wald. „Hier geht es auch um die Frage der Ethik im Tierschutz“, sagt der Landesjägermeister. Werde etwa ein Reh von einem Jäger erlegt, sterbe es einen schmerzlosen Tod. Anders sei es, wenn es von einem Hund gerissen werde.

Albrich: „Deshalb noch einmal mein Appell: Es gibt genügend Gebiete, die übersichtlich und für den Freilauf von Hunden geeignet sind. Aber: Im Wald Hunde an die Leine.“

Landesjägermeister Ernst Albrich.
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Landesjägermeister Ernst Albrich. foto: vn
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