Aus dem Gericht. Rabiater Trunkenbold

Mit Steakmesser gedroht und mit Bratenwender um sich geschlagen

von Christiane Eckert

33-jähriger Betrunkener ging auf Vater und Bruder los – sechs Monate Haft.

Feldkirch. Der 33-Jährige hat bereits neun Eintragungen in seiner Strafkarte, sechs davon sind einschlägig. Sein größtes Problem ist der Alkohol. „Ich habe mich schon auf der Maria Ebene angemeldet“, beteuert er vor Richter Peter Mück. Doch dort, wo er sich zurzeit aufhält, gibt es auch keinen Alkohol. Der Arbeitslose sitzt nämlich eine fünfmonatige Freiheitsstrafe in der Justizanstalt Feldkirch ab. „Der Häfn hat mir sehr geholfen“, ist er sich bewusst, dass er es allein nur schwer schaffen wird, von seiner Sucht loszukommen.

Ausgerastet

„Ich bin eigentlich nur zum Saufen zu meinem Vater und Bruder gegangen“, räumt der Oberländer ein, dass Ende Dezember vergangenen Jahres wieder einmal ein „Familiengelage“ geplant war. Sein Vater habe ihn Bier holen geschickt. Als er zurück gekommen sei, habe er gemerkt, dass sich sein eigener Vater inzwischen an seine Angetraute ranmachte. „Er hat sich zu meiner Frau gelegt und sie begrapscht“, sagt der 33-Jährige. Ein anderes Mal, so habe ihm der Vater gebeichtet, begehrte dieser einen Slip der Frau, um in Stimmung zu kommen. „Da bin ich einfach ausgerastet“, erzählt der Beschuldigte, warum der wilde Familienstreit entbrannte.

Der Angeklagte hantierte mit einem Steakmesser, schrie wild herum und drohte dem Vater mit dem Umbringen. Er schlug mit einem Bratenwender um sich, trat mit den Füßen und kratzte. Der Bruder des Angeklagten wurde dabei leicht verletzt. Der Mann zeigt sich geständig, sagt, dass es ihm leid tue. „Wenn Ihr Vater Ihre Frau belästigt, zeigen Sie ihn an, aber Selbstjustiz ist nicht erlaubt“, macht Staatsanwalt Markus Fußenegger klar, dass sich nicht jeder um „sein Recht“ kümmern darf.

Ostergeschenk

„Die sechs Monate sind in Ihrem Fall ein Ostergeschenk“, erklärt Mück, dass der neunfach Vorbestrafte mit dieser Strafe von Glück sprechen kann. „Das weiß ich, vielen Dank“, sagt der Angeklagte und schlendert zufrieden zurück ins Gefängnis.

Mein Vater hat sich zu meiner Frau gelegt und sie begrapscht.

Angeklagter
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