Profi-Einbrecher mit der Haft „sehr zufrieden“

von Christiane Eckert

Zwei Mitglieder von serbischer Diebsbande zu Haftstrafen verurteilt.

Feldkirch. Ein 25-jähriger serbischer Serieneinbrecher sowie sein 34-jähriger Kollege wurden gestern am Landesgericht Feldkirch wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen. Die beiden Männer brachen im vergangenen Jahr in diversen Objekten ein und richteten großen Schaden an. Gestern zeigten sich die beiden Burschen mit ihrer Strafe „sehr zufrieden“, hatten beste Laune und scherzten im Gerichtssaal. Offenbar gefällt es ihnen im Gefängnis nicht so schlecht und das geben sie auch lächelnd zu.

Profibande

Der Jüngere gibt von 24 Fakten 14 zu, den Rest bestreitet er. Allein im Raum Bregenz gab es in einer Nacht über zehn Einbrüche. Vielfach blieb es zwar beim Versuch, die angerichteten Schäden sind dennoch enorm. Während der Verteidiger des Erstbeschuldigten bestreitet, dass es sich um eine kriminelle Vereinigung handle, die professionell vorgehe, räumt Dieter Klien, Verteidiger des Zweitbeschuldigten, ein, dass es sich um eine serbische Bande handelte. „Allerdings war mein Mandant nur in untergeordneter Rolle tätig“, so Klien. Der 34-jährige Serbe hat Glück. Er hat in Serbien bereits mehrfach in Haft gesessen, alle Vorstrafen in seiner Heimat sind einschlägig. Dennoch – ihm können nur einige wenige Fakten nachgewiesen werden, somit kommt der Mann mit zweieinhalb Jahren davon. Dementsprechend strahlt er. Wenn er noch – wie zu erwarten ist – nach der Hälfte der verbüßten Haft entlassen wird, kann er sich tatsächlich freuen. Eingebrochen wurde quasi überall. Angeworben von einem gewissen „Mirco“, gingen die Arbeitslosen offenbar in Vorarlberg, aber auch in Lindau auf Beutetour. Friseure, Cafés, Kleidergeschäfte, Konditoreien, Pizzerias, ein Fahrradgeschäft, Werkzeughändler – sie alle bekamen Besuch von serbischen Einbrechern.

„Schlau genug“ 

„Es wird gemauert, was geht“, macht Staatsanwalt Markus Fußenegger klar, dass die Männer schlau genug sind, nur das zuzugeben, wo es einen Beweis, zum Beispiel in Form einer DNA-Spur, gibt. Zweieinhalb Jahre Haft für den Älteren scheint auch der Staatsanwaltschaft zu passen, auch sie akzeptiert dieses Urteil. Der Jüngere hat sich für die vier Jahre Haft Bedenkzeit erbeten. Er ist zwar unbescholten, hat aber viel mehr Fakten zu verantworten.

Es wird gemauert, was geht.

Staatsanwalt Markus fußenegger
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