Junger Feldkircher erlitt 15.000-Volt-Stromschlag

Zu einem kritischen Einsatz am Bahngleis wurden Samstag früh in Hohen­ems die Einsatzkräfte gerufen.  Foto: Polizei  
Zu einem kritischen Einsatz am Bahngleis wurden Samstag früh in Hohen­ems die Einsatzkräfte gerufen. Foto: Polizei  

22-Jähriger stieg beim Bahnhof Hohenems auf ein Waggondach, wo er in einen Stromkreis geriet.

Hohenems. (VN-gs) Der ungewöhnliche Unfall ereignete sich Samstag früh um 5 Uhr. Gemeinsam mit einem 19-jährigen Freund hielt sich der 22-jährige Feldkircher im Morgengrauen im Bereich des Hohenemser Bahnhofs auf. Dabei kam er auf eine unverantwortliche Idee: Allein kletterte er verbotenerweise auf das Dach eines am Gleis 3 abgestellten Güterwaggons. Dort geriet er in den Stromkreis, 15.000 Volt durchdrangen seinen Körper.

Schwere Verbrennungen

Der junge Mann erlitt schwere Verbrennungen, seine Kleidung hatte Feuer gefangen. Sein Freund reagierte sofort und richtig: Er alarmierte die Rettungskräfte, kletterte zu dem auf dem Dach liegenden Schwerverletzten hinauf und löschte dessen brennende Kleidung mit seiner Jacke.

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte blieben beide auf dem Dach, wo sie schließlich geborgen wurden. Der 22-Jährigte musste nach der Erstversorgung durch das Notarztteam mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Murnau in Deutschland geflogen werden, sein Zustand ist laut Polizei lebensbedrohlich. Sein jüngerer Freund blieb unverletzt, erlitt jedoch einen Schock und musste vom Kriseninterventionsteam betreut werden. Der Unfall zog einen Großeinsatz nach sich, so rückte allein die Rettung mit zwei Fahrzeugen an. Ebenso waren fünf Helfer der Feuerwehr Hohenems, 25 Mann der ÖBB-Feuerwehr mit vier Fahrzeugen, elf Mann der Polizeiinspektion Hohenems, zwei Dornbirner Polizisten und zwei Personen des Kriseninterventionsteams (KIT) im Einsatz.

Stromunfälle am Bahnhof

Rettungseinsätze wie jener am Bahngleis Hohenems sind laut Feuerwehr immer sehr kritisch. Größte Vorsicht ist nicht zuletzt auch wegen durchfahrender Züge geboten. Beim Einsatz in Hohenems sei man auch darauf angewiesen gewesen, dass die ÖBB-Experten den Strom in der Oberleitung ausschalten.

Erst im Jahr 2011 ist es beim Bahnhof Rankweil zu einem tödlichen Stromunfall gekommen. Ein Arbeiter wollte damals Kraftstoff aus einem Waggon in einen Tankwagen umpumpen und ist dabei in den Stromkreis geraten. 15.000 Volt töteten den Mann.

Wie gefährlich ist ein Stromunfall? Ab 1000 Volt spricht man von Hochspannung.

Bei Hochspannungsunfällen finden sich immer Strommarken (elektrothermische Verletzungen am Eintritt und Austrittspunkt). Sie entsprechen graugelblichen Nekrosen auf der Haut, die bis zum Knochen gehen können.

Vorgehen bei Hochspannungs­unfällen:

» Bei Hochspannungsunfällen darf der Gefahrenbereich keineswegs betreten werden. Herabhängende Seile, Drähte etc. können stromführend sein und bauen, wenn sie den Boden berühren, einen Spannungstrichter auf. Bei Hochspannungsfreileitungen muss bei herabhängenden Seilen ein Mindestabstand von zehn Metern eingehalten werden.

» Erst wenn ein Beauftragter der Stromgesellschaft oder der ÖBB-Einsatzleiter vor Ort die Zustimmung erteilt, darf das Gefahrengebiet betreten und dem Verunglückten geholfen werden. Selbst nach erfolgter Freischaltung (Beendigung der Stromzufuhr) besteht weiterhin die Gefahr der Restspannung.

» Höchstmöglichen Eigenschutz erreicht man durch gemeinsames Betreten der Unfallstelle mit dem technischen Verantwortlichen.

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