Alpenraum will in Brüssel stärker auftreten

von Andreas Dünser
Platter (l.), Wallner: „Als Alpen­region EU-Fördermittel keilen.“
Platter (l.), Wallner: „Als Alpen­region EU-Fördermittel keilen.“

Alpenstaaten und -regionen schließen sich zur „Makroregion Alpen“ zusammen.

Innsbruck, Bregenz. (VN-ad) Die Alpenstaaten und -regionen haben sich am Freitag in Innsbruck auf die Bildung einer sogenannten „Makroregion Alpen“ geeinigt, mit dem Ziel, künftig in Brüssel stärker gehört zu werden. Dieses Gebilde mit rund 40 Regionen aus sieben Staaten und rund 50 Millionen Einwohnern soll am 14. Dezember beim Europäischen Rat beschlossen werden, lautet das Ziel – freilich müssen zuvor noch die einzelnen Mitgliederstaaten der „Makroregion Alpen“ noch zustimmen. „Die Idee dahinter ist, dass wir als Alpenregion EU-Fördermittel keilen wollen“, berichtete Landeshauptmann Markus Wallner (45) nach dem Treffen, an dem unter anderem auch Bundespräsident Heinz Fischer (74) und EU-Regional-Kommissar Johannes Hahn (54) teilnahmen. Laut Wallner will der Alpenraum in Brüssel künftig stärker auftreten und sich positionieren – ganz nach Vorbild der Donauraumstrategie. Die Donauraumstrategie, die auf Initiative Österreichs und Rumäniens entstand, wurde vom EU-Rat im Juni 2011 beschlossen – mit dem Beschluss wird dem Raum ein Betrag von 100 Milliarden Euro im Zeitraum bis 2013 von der EU zur Verfügung stehen. Für Wallner ist es nun „entscheidend, mit dem Alpenraum einen Gegenpart zur Donauregion zu schaffen.“ Der Landeshauptmann spricht in diesem Zusammenhang auch in zeitlicher Hinsicht von einem „entscheidenden Moment“, werde in Brüssel derzeit ja die kommende Finanzperiode ab 2014 samt der Vergabe der Regionalfördermittel diskutiert: „Und als geeinter Alpenraum ist die Chance höher, an Förderungen heranzukommen und so auch unsere Position als Nettozahler zu verbessern.“ Tirols Landeshauptmann Günter Platter erklärte: „Wir wollen diese Makroregion haben. Ich bin überzeugt davon, dass dies ein wesentlicher Schritt für eine künftige Regionalpolitik ist.“ Die Strategie deckt thematisch ein weites Feld ab. Neben wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Themen geht es bei der Alpenstrategie unter anderem um die Entwicklung des ländlichen Raums, eine „massive Unterstützung der Berglandwirtschaft“ sowie um verkehrspolitische Ziele, laut Wallner auch um „Energie- und Forschungsfragen“.

Stichwort

Die „Makroregion Alpen“

Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die französischen Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, Rhône-Alpes und Franche-Comté, die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, die norditalienischen Regionen Lombardei, Valle D’Aosta und Piemont, die Schweizer Kantone Graubünden und St. Gallen, Südtirol sowie Vorarlberg, Tirol und Salzburg.

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