Millionenbetrüger muss fünf Jahre hinter Gitter

von Christiane Eckert
Anwalt Martin Mennel. Foto: VN/Hofmeister
Anwalt Martin Mennel. Foto: VN/Hofmeister

52-Jähriger mimte den Ahnungslosen, diese Rechnung ging allerdings nicht auf.

Feldkirch. Zwei Tage dauerte der Marathonprozess gegen den einstigen Chef zweier Firmen mit Sitz im Kanton St. Gallen. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner und einigen Vermittlern prellte der Mann von 2006 bis 2009 über 300 Anleger um mehr als drei Millionen Euro.

Die Opfer stammen vorwiegend aus Vorarlberg, aber auch Schweizer gingen dem Betrüger auf den Leim. Nun wurde der Angeklagte wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt, im Verhandlungssaal festgenommen und die Untersuchungshaft über ihn verhängt.

Genugtuung

Von den vielen Geschädigten ist gerade mal eine Hand voll im Gericht erschienen. Ein paar wenige lassen sich durch Anwälte vertreten, doch das Gros scheint sich längst damit abgefunden zu haben, das Geld nie wieder zu sehen. In den Pausen erzählen sie, der Ehemann für Kinder und Enkel noch Erspartes anlegen wollte. Wie Bekannte sogar Grundstücke verkauften oder Kredite aufnahmen, um noch rasch in das lukrative Geschäft einzusteigen. Aus Interesse harrten die Erschienenen bereits vorgestern bis 21 Uhr aus. Nur um zu sehen, wie Betrüger ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen versuchen. Dass der Mann ins Gefängnis muss, empfinden viele als Genugtuung. Rund zwei Millionen Euro werden den Geschädigten zugesprochen. Dreißig Jahre haben sie Zeit, mit dem Exekutionstitel in Händen zu versuchen, doch noch zu ihrem Geld zu kommen.

Saus und Braus

„130.000 Euro Spesen in einem Jahr, und das, obwohl die Firma völlig überschuldet war“, führt Staatsanwalt Markus Fußenegger aus. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Anleger, jener Menschen, die hart für ihr Geld arbeiten mussten“, so Fußenegger. Dafür fuhren einige große Autos, flogen mit Hubschraubern zu Skirennen und gönnten sich Reisen. Der Angeklagte gibt sich unbedarft. Er räumt lediglich ein, dass er keine Bilanzmanipulationen hätte machen dürfen. Außerdem habe er zu langsam reagiert, gesteht er weiter zu.

Klar schuldig

Für Richterin Christine ­Gstrein und die zwei Schöffen ist klar, dass der Mann sich mit seinen Betrügereien ein laufendes Einkommen verschaffen wollte. Seine Ausführungen hält der Senat für lebensfremd und unglaubwürdig. Mit den fünf Jahren wurde ein Mittelweg gewählt. Dem Staatsanwalt ist die Strafe zu gering, er beruft. Somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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