Krise als Chance

Die gequälte Natur schlägt zurück. Ein winziges Virus lässt das fragile Weltsystem einstürzen. Die Krise lässt viele unschuldig Betroffene in Leid und Existenznot zurück. Die gute Seite: Sie trennt mitleidlos die Spreu vom Weizen, das Notwendig-Nützliche vom Überflüssigen. Die Pseudorezepte der üblichen Heilsversprecher sind als Placebos enttarnt. Gebete und Weihwasser, Globuli und Klangschalen, Buddhafiguren und Fetische der Wunderheiler, Glaskugeln und Sternbilder liefern keine brauchbaren Antworten, selbst die Verkünder immerwährenden Wirtschaftswachstums und permanenter Spaßkultur oder die planlosen Querdenker und Verschwörungstheoretiker wissen nicht weiter. Die Lehre daraus? Daumen runter für die üblichen Volksverblender, die konsumpervertierte Wegwerfgesellschaft, die überbordende High-Tech- und Eventmanie, den gesundheitsgefährdenden, sündteuren Extremsport der geblendeten Red-Bull-Hampelmänner.

Daumen rauf für die Systemerhalter, mehr Wertschätzung für ehrliche menschliche Arbeit (kompetente Handwerker und Dienstleister werden immer gebraucht), für nachhaltiges, umweltbewusstes, naturnahes Wirtschaften, für gute Bildung (schafft ein realistisches, krisenfesteres Weltbild), für die Wissenschaft (findet eher Lösungen: Impfstoff!), für den gesundheitsfördernden Breitensport, für die Kunst (kreative Köpfe bereichern das Leben), für eine weltliche Humanethik (für ein soziales Miteinander). Der Jugend ins Logbuch: Es gibt schon reichlich Sänger, Filmschauspieler, Freerider, Follower, Influencer … Eine gute Aus- und Weiterbildung schafft mehr dauerhaften Lebenswert als die Illusionen der Traumtänzer auf den Seifenblasen.

Josef Sohler, Lustenau

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