Vorschlag gegen Impfgegner

Ein Humangenetiker soll mit Unterstützung des Virologen Christian Drosten vorgeschlagen haben, dass Verweigerer der Coronaimpfung eine Erklärung bei sich tragen müssen, dass sie zugunsten anderer auf eine Intensivbehandlung verzichten, wenn sie an Covid-19 schwer erkranken (VN v. 22.12.2020). Wer unter jenen, die wie ich, heilfroh sind, dass es bald die Möglichkeit der Impfung gibt, um der Pandemie, die uns alle bedroht, Herr zu werden, fände das nicht richtig und als Konsequenz nur logisch? Als spontaner erster Gedanke von bestimmt sehr vielen (auch von mir) mag das verständlich sein. Aber ein paar weitere Überlegungen werfen grundsätzliche Fragen auf.

Kann/darf sich ein Arzt, was immer die Gründe für die Impfverweigerung gewesen sein mögen, seiner Pflicht zur Hilfeleistung durch so ein Papier einfach entziehen? Soll die Gesellschaft, im Besonderen wir Impfbefürworter, mit einem selbstgerechten ‚Selber schuld!‘ sich dann abwenden? Könnte man diese Methode nicht auch anwenden bei (nur z.B.) Rauchern, wenn sie ihre Lunge zerstörten, oder Trinkern oder sich völlig ungesund Ernährenden, oder sich jeder gesunden sportlichen Betätigung Verweigernden, usw., usw.? Wie weit wollen/dürfen wir gehen? Und nicht zuletzt die Frage: Welchem Gesellschaftssystem näherten wir uns damit?

Anton Hengl, Lauterach

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