Zum Nachdenken

Viele Menschen in unseren Breitengraden beschweren sich in der Coronapandemie, nichts mehr unternehmen zu können. Kein Einkaufen der zehnten Winterjacke oder des fünfzehnten Paars Schuhe, das wir noch vor Weihnachten besorgen müssen, weder ein Tablet noch dass neueste Handy, das wir unbedingt noch haben müssen. Ja, müssen, wer will schon als altmodisch und Ewiggestriger gelten in einer Gesellschaft, in der höher, weiter und schneller zur Maxime geworden ist. Einkaufen bis zum Exzess, die Werbung, von der wir täglich terrorisiert werden, zeigt uns den Weg. Für das alles haben wir Zeit, auch wenn wir sie dabei leichtsinnig verschwenden. Aber keine Zeit haben wir, wenn es darum geht, eine schwierige Zeit, wie die mit Covid-19 eine ist, gemeinsam und solidarisch zu bestehen. Da sind wir nicht einmal in der Lage, das durchzustehen, ohne gleich „Diktatur“ und „Ach, wie sind wir so arm“ zu schreien. 75 Jahre Frieden und 75 Jahre nur vorwärts haben ihre Spuren bei uns hinterlassen. Man sollte seinen Blick in andere, arme Länder wenden, um zu sehen, dass wir trotz Corona noch bestens versorgt sind. Dass wir weder hungern noch frieren müssen, medizinisch versorgt sind, wovon andere Menschen nur träumen können. Aber Lichtenberg sagte schon vor 250 Jahren: ,,Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat“.

Klaus Islitzer, Fußach

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