Obszöne

Werte­schieflage

Ein zusätzliches Gutachten in der unendlichen Streitsache Feldkircher Stadttunnel wurde vom Bundesverwaltungsgericht (zweite übergeordnete Instanz) gefordert. „Von unabhängigen Experten“ müsse es stammen und „zeitangepasst“ sein. Dieses Gutachten liegt vor. Es spricht eine klare Sprache (Tab. Zfg. Seite 62 v. 98): Wenige Hundert Bewohner(innen) am Schloß- und Hirschgraben werden wirksam vom Verkehrsstrom entlastet (42,9 % bzw. 26,8 %). Viele Tausend Feldkircher(innen) in den Top-Wohngebieten Levis, Altenstadt, Tisis und Gisingen werden mit neuen Rekordfrequenzen bis zu 26.170 Kfz/24h belastet sein. Stau und Giftwolken werden noch heftiger grassieren. Wohlgemerkt trotz 300 Millionen Investition Stadttunnel. Eines ist für jede(n) unschwer zu erkennen: Der Stadttunnel ist im Wesentlichen eine Direttissima von der Felsenau ins Speditionszentrum. Er bedient die Forderungen der Frächterlobby auffälligst vorrangig. Das hochheilige Leitmotiv „Entlastung der Bevölkerung“ findet in einem Maße statt, dass es zum Feigenblatt verkümmert. Indessen sind die Messer im Europäischen Gerichtshof schon gewetzt. Den Urteilstext zur vormaligen Großpleite S18 kann man 1:1 für den Stadttunnel übernehmen: Verstoß gegen die Wirtschaftlichkeit … mangelhafte Berücksichtigung der tatsächlichen Erfordernisse des Verkehrs und der funktionalen Bedeutung des Straßenzuges … P.S.: Effizientere Alternativen liegen viele vor. Die Ardesche z.B. schriftlich eingereicht bei der größten Bevölkerungsbeteiligung (Zeitungszitat): Sie entlastet wirklich alle in Feldkirch und Liechtenstein. Finanzieren würde Brüssel.

Dkfm. Erich Rueß, Feldkirch-Levis

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