Gesamtschule

Bezugnehmend auf mehrere Leserbriefe musste ich mit Erstaunen feststellen, dass die Diskussion über eine mögliche Gesamtschule in Österreich (Vorarlberg), wieder aufgeflammt ist. Was mich doch immer wieder überrascht, sind die Argumente, die genannt werden, um dieses System zu befürworten. Es biete sich an, den Kindern ein Erziehungs- und Bildungskonzept zu ermöglichen, das Persönlichkeit mit Freude und Interesse in einem Raum von Freiheit, Selbständigkeit und Offenheit schaffe … Es herrsche ein Elitedenken vor, wenn man sich für ein Gymnasium ausspricht … Was wir statt einer Gesamtschule bräuchten, ist ein geregeltes Aufnahmeverfahren für Gymnasien. Auch die Einführung einer Realschule wäre überlegenswert. Was spricht für eine Gesamtschule? Mit einer Gesamtschule könnte man sich in Zukunft die Suche nach der richtigen Schule für sein Kind sparen, denn es gäbe ja nur noch die Einheitsschule. Aber ist es das, was wir wirklich wollen? Oder wollen wir weiterhin das Recht, den Schultyp für jedes Kind entsprechend seinen Begabungen selbst aussuchen zu können? Die Idealvorstellung, dass die Begabten die Schwachen hinaufziehen, funktioniert in der Praxis nicht. Motivation entsteht, wo Erfolgserlebnisse warten und nicht ständig die eigenen Defizite bewusst gemacht werden. Also sollte ein vernünftiges Schulsystem die verschiedensten Ziele und damit Vielfalt anbieten.

Simone Marguerite, Bregenz

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