Was spricht für die Gesamtschule?

Im Leserbrief „Gesamtschule?“ vom 30. 11. stellt Alois Schwienbacher die Frage, was für die Gesamtschule spricht. In seiner Argumentation für die Gesamtschule verweist er dabei sehr vage auf „bessere Ergebnisse“. Argumente für ein differenziertes Schulsystem fehlen, obwohl er sich für „Fakten“ als Grundlage für Entscheidungen ausspricht. Daher einige Argumente für ein differenziertes Schulsystem.

Der Bildungsforscher John Hattie belegt in seinen Studien, dass es der Gesamtschule nicht besser gelingt, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Helmut Fend, ebenfalls Experte auf diesem Gebiet, sieht in Bezug auf Chancengleichheit keinen Unterschied zwischen Österreich und Finnland. Ganz wesentlich in der Diskussion Gesamtschule versus differenziertes Bildungssystem sind die Chancen der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt. Österreich mit seinem differenzierten Schulsystem weist seit Jahren eine der geringsten Jugendarbeitslosenraten auf. Im Oktober 2020 betrug die Quote 8,6 %, in Finnland hingegen 21,1 % und in Italien sogar 30,3 %. Laut einer Studie der Konrad Adenauer Stiftung werden die Zukunftschancen von Schülerinnen und Schülern in einem differenzierten System verbessert, da es horizontal und vertikal durchlässig ist und Abschlüsse immer gewährleistet sind. Vielleicht ist genau dies der Grund, warum laut Forschungsprojekt der PH Feldkirch 91 % der Eltern NMS und 90 % der Eltern AHS ihr Kind an der jeweiligen Schule in guten Händen wissen.

Mag. Michaela Germann, Vorsitzende ÖPU Vorarlberg, Lauterach

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