S18-CP-Dilemma –

Zerreißprobe

Teils erwartet, teils befürchtet, die S-18-Z-Variante wurde von der Asfinag aufgrund sehr schlechter Voraussetzungen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung verworfen. Nun soll die CP-Variante kommen. Schwere Bedenken werden laut. Soll der jahrzehntelang geplagten Bevölkerung unserer Bundesstraße nun dadurch Entlastung versprochen werden, indem die östlichen Bewohner Lustenaus wissentlich einem noch schlimmeren Verkehrsmoloch ausgesetzt werden? 60.000 Fahrzeuge täglich werden dort prognostiziert, nahe den mit viel Einsatz errichteten Wohnhäusern. Wertvolle Zuhause hier wie dort – massive Abwertung durch motorisierten Verkehr – ein No-Go! Die Zahl der Fahrzeuge auf der Bundesstraße soll dadurch von 20.000 auf 5000 gesenkt werden. Tunnels und Einhausungen entfernen weder Schadstoffe noch CO2. Den Zugang zur Naherholungslandschaft Ried darf nicht ein Mega-Autobahnband zerstören. Geologisch und ökologisch sensible Verhältnisse im Ried betreffen nicht nur die verworfene Z-Variante. In diesen schwierigen Coronazeiten, in denen Millionenbeträge an Unterstützungen und zur Pandemiebekämpfung gebraucht werden, ist ein 1,5-Milliarden-Autobahnprojekt ein besonderer Schlag ins Gesicht, zumal es wesentlich günstigere Möglichkeiten gibt. Weshalb werden kürzere, schonendere Verbindungen beiseitegeschoben? Laut LR Tittler bleiben „untaugliche Varianten“ untauglich – war denn die Z-Variante „tauglich“? Wie tauglich ist eine Monster-Autobahn in einer Klima­krise überhaupt? Müsste nicht Enkeltauglichkeit in diesen Zeiten überall Vorrang haben? Unsere Enkelkinder werden dankbar sein, wenn wir ihnen wertvollen Lebens- und Erholungsraum schützend bewahren.

Mag. Roswith Bösch, Lustenau

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