Italienische Verhältnisse

Im Herbst stieg erwartungsgemäß die Zahl der Coronakranken an, jedoch haben sich auf wundersame Weise die verfügbaren Betten im Vergleich zum Frühjahr fast halbiert. Vor knapp zehn Jahren forderte ein Gesundheitslandesrat Markus Wallner dringend die Erhöhung der Intensivbettenzahl ein – bis heute eine Utopie. Krankenhäuser wurden geschlossen, Intensivmediziner sind Mangelware (Ausbildung 3–10 Jahre je nach Qualifikation), die heute dringend gebraucht würden, Politiker richten sich lieber nach einem ominösen theoretischen OECD-Durchschnitt und nicht den realen Bedürfnissen vor Ort. Aufgrund der so verursachten personellen Knappheit steigt nicht nur die Arbeitsbelastung des medizinischen Personals, sondern damit auch dessen Infektionsrisiko. Abseits der Spitäler müssen Fachärzte wegen der massiven Terminnachfrage von Patienten einen Aufnahmestopp in den Praxen verhängen und auf meine Nachfrage bei einer Sozialversicherungsanstalt wunderte sich die Mitarbeiterin offenherzig, dass das Versorgungssystem nicht schon längst zusammengebrochen sei – speziell in Bereichen Gynäkologie, Augen- und praktische Ärzte, wo seit drei Jahren trotz internationaler Ausschreibung kein Nachwuchs gefunden werden konnte, gleichzeitig aber weder die Studienplatzanzahl erhöht noch Promovierte für eine Mindestzeit als Arzt in Österreich verpflichtet werden. Als Sahnehäubchen will Kurz im Gesundheitsbereich Einsparungen von 120 Mill Euro, verschenkt dafür 12 Mrd. „Coronahilfen“ an reformunwillige EU-Staaten und erhöht unseren Mitgliedsbeitrag um 2,5 Mrd/Jahr.

Dieter Henn,

Bludenz

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