Recht auf alles?

Im „Scheinwerfer“ vom 7./8. November meint Rudolf Öller, einigen Äußerungen von Papst Franziskus über Homosexuelle widersprechen zu müssen. Allerdings sind seine Überlegungen selbst mit Mängeln behaftet, die einem Mann seines Kalibers nicht passieren dürften. Einen „kleinen Denkfehler“ ortet Öller in der päpstlichen Forderung, niemand dürfe ausgegrenzt oder unglücklich gemacht werden; denn weiter gedacht würde dies sogar „Mörder und Kinderschänder“ vor Strafe schützen. Schon der Unterschied zwischen (angeborener) Andersartigkeit und Verstoß gegen das Strafrecht verbietet eine solche Auslegung und macht sie zur reinen Unterstellung. Ein „größerer Irrtum“ sei Franziskus mit der Zuerkennung eines Rechtes auf Familie bzw. Kinder unterlaufen, weil niemand dessen Durchsetzung garantieren könne. Mit der gleichen Begründung verneint der Kommentator ein Recht auf Gesundheit oder Bildung; es gebe nur einen Anspruch auf medizinische Versorgung bzw. Erwerb von Bildung. Den Unterschied zwischen rechtlicher (und tatsächlicher) Förderung bestimmter Güter/Ziele durch den Staat und einem einklagbaren Anspruch auf einen konkreten Erfolg kennt Öller also. Wieso versteigt er sich dann in die Behauptung, der Pontifex habe dies übersehen oder absichtlich eine abwegige Aussage gemacht?

Wolfram Walch, Feldkirch

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